O, ſieh' mich nicht ſo lächelnd an! 229
Roderich verließ die Laube und ging mit raſchen Schritten dem Eingange ſeines Ateliers zu; ehe er aber die Schwelle deſſelben betrat, wandte er ſich um und breitete beide Arme aus, als er ſah, wie ſein kleines Mädchen ihm in vollem Laufe entgegeneilte.
„Adieu, mein Kind— adieu, Margarethe— adieu, mein liebes Mädchen!“
„Adieu, mein lieber, guter Papa!“——
Sie hatten ſchon längſt, längſt den Garten verlaſſen, Lytton, das kleine Mädchen und Andreas, der, ohne zu fragen, ſeinen Rock angezogen und ſeinen Hut mit einem gewiſſen trotzigen Ungeſtüm aufgeſetzt hatte, da erſchien Roderich wieder unter der Hausthür; ſein Geſicht war von einer erſchreckenden Bläſſe überzogen, ſeine Augen flimmerten ſeltſam; er hatte die Lippen feſt zuſammen⸗ gepreßt und ging nun mit kurzen, langſamen Schritten der Garten⸗ thür zu. Dort lehnte er ſich an das Gitter und ſchaute unverwandt auf die Biegung der Straße, bei der die Drei verſchwunden waren. Hatte er doch während dieſer Zeit ſo klar und lebendig die Geſtalt des kleinen Mädchens vor ſeinem inneren Auge geſehen, daß es ihm immer war, als leuchte ihr helles Kleidchen dort durch die dunkeln Büſche. Ein paar Mal rieb er ſich die Augen und ſchüttelte dann wie verwundert den Kopf— lange, lange ſtand er da, auf jene Wendung des Weges ſtarrend— umſonſt. Der Weg blieb leer, troſtlos leer, und die Blätter der grünen Büſche ſtanden unbewegt in der ſtillen, warmen Luft.—
Die Uhren der Stadt ſchlugen die vierte Stunde.——
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