Teil eines Werkes 
53. Bd. (1873) Werke
Entstehung
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228 Einundzwanzigſtes Kapitel.

Er machte eine haſtige Bewegung die Laube zu verlaſſen; doch blieb er plötzlich ſtehen wie Jemand, dem etwas Wichtiges einfällt. Ehe er ſich aber wieder gegen ſeinen Freund wandte, fuhr er ein paar Mal ſchnell mit der Hand über die Augen.—„Das Beſte hätte ich ja beinahe vergeſſen,“ ſagte er alsdann,„das Wichtigſte, das, wodurch Du mit Deiner bekannten Feſtigkeit mich als Vater gegen ſie, beſonders aber gegen den Freiherrn von Schenk, zu ver⸗ treten haſt; es betrifft die Rückkehr Margarethens nach acht oder zehn Tagen, ſeien es meinetwegen auch vierzehn Tage. Du mußt ihn verantwortlich machen, daß er ſein mir gegebenes Verſprechen erfülle und nach Ablauf jener Zeit mein Kind hieher zurückbringe. Nur auf dieſe Bedingung hin habe ich überhaupt darein gewilligt, daß Margarethe ihre Mutter begleite.“

„Du mißtraueſt ihm?“

„Das gerade nicht, denn wenn ich das thäte, ſo würde ich ja meine Einwilligung zu der Reiſe nie gegeben haben.“

„Gut denn,“ erwiederte Lytton, wobei ſich ein eigenthümliches Lächeln auf ſeinen offenen Zügen zeigte,„ich habe Dich vollſtändig verſtanden und werde Dich beſſer vertreten, als Du Dich ſelbſt vertreten haben würdeſt. Ich kann nun einmal ein Mißtrauen gegen jene Leute, namentlich gegen den geſchmeidigen Kammerjunker, nicht unterdrücken; ich werde ihm alſo zuerſt das Verſprechen, das er Dir gegeben, ſcharf ins Gedächtniß zurückrufen und dann werde ich ihm andeuten, wie ich in zweiter Linie hinter Dir ſtände und wie und auf welche Art er meinen Beſuch in der Reſidenz zu er⸗ warten habe, im Falle Margarethe in längſtens vierzehn Tagen nicht wieder geſund und wohlbehalten in Deinem Hauſe iſt— iſt's ſo recht?“

„Ja, und ich danke Dir herzlich!“

„Keine Urſache— es macht mir ein wahres Vergnügen, dem Freiherrn von Schenk ein kaltes, ruhiges Wort feſt ins Geſicht ſagen zu können.“

„So gehe denn in Gottes Namen!“