Dreizehntes Kapitel.
wohl im Schloßhofe ſelbſt als in den Gängen und Treppen der Burg, iſt eine Aufgabe, die wohl die Kraft meiner Feder überſteigt. Durch das offen gebliebene Burgthor ſprengte der ſinnreiche Junker von der Mancha mit eingelegter Lanze, gefolgt von Sancho Panſa, in den Hof, und während die Blume ſpaniſcher Ritterſchaft bei jedem noch ſo leichten Zucken ſeines Armes mit der gewaltigen Lanze einen Feind hätte zu Boden ſtrecken können, zerbläute ſein treuer Schildknappe die Rücken der Fliehenden mit einer ellenlangen Cervelatwurſt.— Ja, ſie flohen, die Tapfern, nach einer ſehr kurzen Gegenwehr; doch kamen ſie nicht weit, da ſich vor dem Burgthore die indianiſchen Reiter befanden, welche jeden, der ſich blicken ließ, mit dem Laſſo einfingen und dem auf ſolche Weiſe zum Gefangenen Gemachten die Hände banden.
Während nun auch Roderich mit ſeiner Reiterſchaar erſchien, um die Burg in Beſitz zu nehmen, tobte auf einer Terraſſe unter⸗ halb des großen Thurmes vor den Augen der jauchzenden Zuſchauer ein eben ſo mörderiſcher wie intereſſanter und wüthender Kampf zwiſchen dem wilden Jäger und dem grimmigen Neidhart.
Sah man auf dieſer Seite mit Schaudern und Entſetzen die rohe, gewaltige Kraft wüthen, wenn der von Iſegrimm ſeinen Zweihänder unter dem leichten Angſtrufe mancher der zuſchauenden Damen durch die Luft ſauſen ließ, ſo mußte man auf der andern Seite die Gewandtheit bewundern, mit der der Rodenberger dieſen wuchtigen Hieben auswich und dafür den Panzer ſeines Gegners mit krachenden Schlägen ſeines kurzen Hirſchfängers bediente. Dabei ſah man wohl, daß der wilde Jäger die Abſicht hatte, ſeinen Gegner an die Thurmtreppe hinzudrängen, wo demſelben der lange Zwei⸗ händer von keinem Nutzen mehr ſein konnte. Jetzt ſchien dieſer Augenblick, wenn auch auf andere Weiſe, gekommen, denn ein furcht⸗ barer Hieb, den der wilde Jäger auf den ſchwarzen Ritter führte, traf die Klinge des Zweihänders ſo gewaltig, daß ſie abſprang, worauf der von Iſegrimm, ſich mit dem Griffe wehrend, in dem


