Glück auf, mein Feldherr, führe den Streich! 3⁵
Eingange der Treppe verſchwand, der zum Thurme führte. Unter lautem Halloh folgte ihm der wilde Jäger; man hörte die beiden tapferen Kämpfer die Stufen der engen Treppe zerſtampfen.
Athemlos horchten die Zuſchauer und blickten hin mit weit aufgeriſſenen Augen.
Jetzt wurde auf der Mauerzinne der rothe Federbuſch des Burgherrn ſichtbar, hart bedrängt von ſeinem Gegner, der ihn an der Gurgel gefaßt zu haben ſchien, denn nach der Sitte edler Ritterlichkeit hatte der wilde Jäger ſein kurzes Schwert ebenfalls weggeworfen, nachdem der Andere entwaffnet war, und ein wüthendes Ringen der beiden kräftigen Geſtalten verwandelte den ſchlacht⸗ und thatenreichen Tag in einen Einzelkampf, von deſſen Ausgang das Schickſal der Burg abhing.
Da zeigten ſich Beide, eng umſchlungen auf der Plattform des Thurmes; doch ſchien die Kraft Neidhart's von Iſegrimm er⸗ ſchöpft; unter dem rieſigen Griffe ſeines Gegners war er beſiegt, geknickt, wehrlos— ſeine Arme hingen ſchlaff am Leibe herunter, aber fort und fort drängte ihn der wilde Jäger zuerſt empor, dann, an der Mauerzinne— Schaudern ergriff der Zuſchauer Menge—, hob er ihn wie einen Federball auf und ſtürzte ihn von dem hohen Thurme hinab auf die zackigen Felſen, wo er leblos lange ausgeſtreckt liegen blieb.
Ein Aufſchrei aus tauſend Kehlen— dann momentane Grabes⸗ ſtille——
Manches Auge hatte ſich in der That ſchaudernd abgewandt, um nach ein paar Secunden ſcheu und vorſichtig hinzublicken, wo die entſetzliche That geſchehen. Landsknechte waren eilfertig hinab⸗ geſtiegen, um den Körper des Gefallenen aufzuheben und empor zu tragen; ſie handhabten die anſcheinend ſchwere Maſſe mit einer erſtaunenswerthen Leichtigkeit, ja, der Eine warf dem Andern den ganzen Neidhart von Iſegrimm mit Rüſtung und Federhut in die Arme; dann wurde er mit ſteifen Gliedern auf eine raſch zu⸗


