Teil eines Werkes 
53. Bd. (1873) Werke
Entstehung
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Glück auf, mein Feldherr, führe den Streich! 33

ſchmalen Pforte führte, die, wie man hoffte, in dieſem Augen⸗ blicke nicht ſorgſam bewacht war.

Leider für die Belagerten war dies auch der Fall: es iſt nur zu wahr, daß ſchlechtes Beiſpiel die vortrefflichſten Sitten verdirbt, und kaum hatten die tapferen Kriegsknechte auf der Zinne der Burg und im Hofe erfahren, daß ihr unerſchrockener Anführer im Angeſichte des Feindes behaglich tafele, ſo ſetzten ſie nicht nur Küche und Keller des Schloſſes in Contribution, aßen und tranken jubelnd nach Herzensluſt, ſondern ſie öffneten auch wie zum Hohne das Burgthor, um die Muſik beſſer hören zu können. Und als die⸗ ſelbe nun draußen gar den Bacio⸗Walzer ſpielte, da hielten ſich die Hellebardiere, Büchſenſchützen und Conſtabler in der Burg nicht länger, ſie holten die Burgmägde herbei und tanzten, daß es eine Freude war.

Dies war der ſchreckliche Moment, wo es mit dem Geſchlechte der Neidhart von Iſegrimm zu Ende gehen, wo der Drache Gries⸗ gram überwunden zu Boden liegen und die holde Freude entfeſſelt werden ſollte. Die kleine Pforte an der Hinterſeite der Burg war allerdings geſchloſſen, aber das Schloß gab dem mächtigen Drucke von Rodenbergs Schultern nach, und ihrem wilden Führer folgend, ſtürmten die Tapfern mit hochgeſchwungenen Schwertern und dem donnernden Rufe:„Hie Maitrank! Hie Freude!“ in den Schloß⸗ hof unter die Tanzenden. 3

Spätere Geſchichtſchreiber haben erzählt, daß der Ritter Neidhart von Iſegrimm gerade im Begriffe geweſen ſei, den ge⸗ füllten Pokal zu leeren, als er den verhängnißvollen Schlachtruf ſeiner Feinde im Innern der Burg vernahm— ja, daß er dieſen Pokal mit größter Seelenruhe wirklich geleert, ſich die Lippen ab⸗ gewiſcht, alsdann nach ſeinem zweihändigen Schwerte gelangt und die großen, in ſeinen Verhältniſſen ſo denkwürdigen Worte ge⸗ ſprochen habe:„So nimm, Gerechtigkeit, nun deinen Lauf!“

Den Kampf würdig zu ſchildern, der ſich nun entſpann, ſo⸗