Teil eines Werkes 
53. Bd. (1873) Werke
Entstehung
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Glück auf, mein Feldherr, führe den Streich! 31

mit einem tüchtigen Strahle gehörig durchnäßte; auch die Reiter⸗

ſchaar erhielt ihren Theil von dieſer gut gerichteten Ladung, wo⸗ bei es traurig anzuſehen war, wie manches Wamms ſchwer durch⸗ näßt wurde, wie an manchem tapfern Schwerte Waſſer ſtatt Blut herablief und wie die langen Straußenfedern auf manchem breit⸗ krämpigen Hute ſchlaff und geknickt herabhingen; es war eine furchtbare Batterie, die da oben ſpielte, um ſo wirkungsvoller für manches Coſtume, als gleich darauf aus einer Balliſte oder ſonſt einer Wurfmaſchine weißes Mehl und Gypskörner in hohen Bogen herüberſausten. 4

Da die angreifende Truppe ungedeckt in dieſem gefährlichen Geſchützfeuer ſtand, ſo war nichts zu thun, als zum Rückzuge zu blaſen, weiter unten eine gedeckte Stellung zu nehmen und alsdann vorſichtiger und vielleicht auf einer anderen Seite wieder zum An⸗ griffe vorzugehen.

„Die Attaque war famos,“ hörte man eine Stimme aus der Reiterſchaar ſagen, deren Beſitzer in der Kleidung des neunzehnten Jahrhunderts den Geharniſchten folgte,„auf Ehre, ſuperbe! Aber der Waſſerguß und die Mehlpuderung iſt doch eine etwas gar zu trichinenhafte Art, einen Sturm abzuſchlagen.— Seine Durchlaucht haben auch tüchtig etwas abgekriegt?“

„Es iſt nicht ſo bedeutend,“ erwiederte der Gefragte;„mein Pferd ſtieg im richtigen Augenblicke ein wenig und hat mich ziem⸗ lich beſchützt.— Bah, was ſchadet auch uns jungen Leuten ein klein wenig Durchnäſſung?“

Nach dieſen Worten berührte ſeine Durchlaucht mit der Hand ſeinen Schnurrbart und ſein Haupthaar, fuhr auch leicht an ſeinen Wangen herunter und betrachtete alsdann aufmerkſam ſeine Fingerſpitzen; da er aber, weil die Farbe recht feſt hielt, ein günſtiges Reſultat fand, ſo warf er ſein Pferd aus der Reihe heraus gegen einen Wagen voll ſchöner Zuſchauerinnen und grüßte ſie, in kurzem Galopp vorüberreitend, mit einer graziöſen Handbewegung.