Teil eines Werkes 
53. Bd. (1873) Werke
Entstehung
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Glück auf, mein Feldherr, führe den Streich! 29

Sattelknopf und Mähne ſtark in Anſpruch genommen wurden und es trotz alledem hier die erſten Gefallenen gab. Auch wurde kein Reſultat erzielt; der Ruf„Hie Maitrank!“ wurde ſchwächer und kleinlauter, wogegen die Anderen ihr„Saurer Wein!“ um ſo kräftiger brüllten.

Vergeblich ſtanden die Muſikcorps nicht weit vom dichteſten Geſchütz⸗ und Gewehrfeuer und ſpielten mit heldenmäßiger Auf⸗ opferung die anfeuerndſten Melodien— es war ein Augenblick an dieſem heißen Schlachttage, wo die Wagſchaale faſt ſchwankte und wo es den Anſchein hatte, als ſollte der Drache Griesgram ſiegen und die Freude auf ewig gefeſſelt bleiben.

Die zahlloſen Zuſchauer, namentlich die Buben unter ihnen, waren jubelnd und ſchreiend dem Kampfe gefolgt, ja, die letzteren hatten ſich das Feldgeſchrei der beiden Heere zu eigen gemacht, und wo eine Anzahl ſchrie:„Hie Maitrank!“ da konnte man ſicher ſein, daß eine andere Schaar unter dem Rufe:„Hie ſaurer Wein!“ über ſie herfiel..

Der Prinz Maiwein, der ſich auf einen gedrungenen Braunen geſchwungen hatte und neben Roderich hielt, ſah mit großer Freude zu, wie muthig ſich ſeine Völker für ihn opferten, und wollte der wilden Jagd lange nicht den Befehl geben, ſich am Kampfe zu be⸗ theiligen. Vergeblich hatte Roderich ſogar ſeinen Adjutanten mit der Meldung zurückgeſchickt, daß die Schlacht ganz verzweifelt ſtehe, und erſt als nun der Ritter Neidhart von Iſegrimm mit ſeinem blutrothen Mantel hoch auf der Schanze erſchien und hohnlachend ſeine ſchwarze Fahne ſchwang, da erlaubte Seine Hoheit erſt, daß die wilde Jagd hervorbreche.

„Hurrah, die wilde Jagd!“ erſcholl es aus hundert Buben⸗ kehlen—„Hurrah!“

Ja, ſie ſtürmte heran unter Hörnerklang und Peitſchenknall, unter dem Gebelle der Rüden, unter dem Halloh der Jäger, un⸗ aufhaltſam, kein Hinderniß achtend. Mit einer wahren Wuth