Dreizehntes Kapitel.
vorwärts, eine kleine Erhöhung hinan, wo Roderich ſtand, und bald donnerten die Feldſchlangen auf den Feind, der ſich grimmig wehrte, der aus ſeinen Verſchanzungen tapfer herausſchoß und der den Ruf der Angreifer:„Hie Maitrank und Freude!“ mit„Hie Griesgram und ſaurer Wein!“ erwiederte.
Obgleich auf beiden Seiten der Schießbedarf nicht geſpart wurde, ſo tobte doch hier der Kampf längere Zeit unentſchieden, da es keine Todten und Verwundeten gab und ſich deßhalb die Zahl der Kämpfer hüben und drüben nicht verminderte. Freilich verſuchten es die Angreifer, ſtürmend in die Schanzen zu dringen, doch waren dieſelben feſt aus Baumſtämmen gemacht und mit Dornen durchflochten, ſo daß hier bei den verſchiedenen vergeblichen Verſuchen das Blut in Strömen floß. Endlich ſchien der Sturm gelingen zu wollen; die Hellebardiere hatten mit ihren langen Lanzen eine Lücke in die Verſchanzung geriſſen und wollten gerade eindringen, als ſich ihnen, grauſig anzuſehen, der Burgherr Neidhart von Iſe⸗ grimm mit einer Handvoll Tapferer entgegenwarf und erſterer mit ſeinem zweihändigen, biegſamen Holzſchwerte ſo gewaltig um ſich droſch, daß die tapferen Landsknechte nicht nur nicht Stand hielten, ſondern unter einem unendlichen Hohngeſchrei der Feinde in das Lager zurückflohen.
Entſetzlicher, trauriger Moment!
Roderich hatte ſich auf ſein Pferd geworfen und eilte an der Spitze ſeiner ſchwergewappneten Reiter heran, bei deren Anblick ſich nun der Feind allerdings in die Schanzen zurückzog, aber dort mit Geberden, welche wenig Achtung ausdrückten, ruhig ſtehen blieb, während Arbeiter eifrig beſchäftigt waren, die entſtandene Breſche wieder zu verſtopfen. Die Reiterſchaar drang ſo tapfer drauf los, als es ihr nur möglich war; ſie ſchoß ihre Piſtolen auf den Feind ab, wobei es indeſſen vorkam, daß die ruhigen Miethgäule, ſtutzig über das ungewohnte Schießen, plötzlich anhielten oder gar zu raſch Kehrt machten, wodurch in beiden Fällen von den tapferen Reitern


