Was blaſen die Trompeten? Huſaren, heraus! 19
Rodenberg war durch dieſe Anrede um ſo mehr auf eine ſelt⸗ ſame Art überraſcht, da der Zwerg dasjenige in den Händen trug, wonach er ſich noch vor wenig Augenblicken geſehnt, beſonders aber, da ihm die Stimme des Zwerges außerordentlich bekannt vorkam.
Dieſer ließ ihm indeſſen nicht lange Zeit zur Ueberlegung, denn er fuhr fort:„Da ich Dich nun gefunden, werde ich mich raſch des Auftrages meiner hohen Gebieterin entledigen, indem ich Dir dieſes Jagdhorn als ein Geſchenk überreiche und wie mir befohlen iſt, alſo dazu ſpreche: dieſes Horn, welches während tauſend Jahren bei anderen Schätzen begraben lag, hat ganz außerordentliche Eigen⸗ ſchaften, welche Du bei richtigem Gebrauche kennen lernen wirſt. Ueber dieſen Gebrauch aber Dich zu belehren, iſt mir verboten. Sei tapfer und klug, beharrlich und verſchwiegen, ſo wird ſich alles Uebrige von ſelbſt finden.“
Damit legte der Zwerg das Horn in die Hände des wilden Jägers und wollte ſich entfernen, doch hielt ihn dieſer zurück, indem er vortretend ſagte:„Warte einen Augenblick, o weiſer Zwerg und treuer Diener einer ebenſo erhabenen als großmüthigen Gebieterin, und erlaube mir wenigſtens, Dir meinen Dank zu ſagen und den⸗ ſelben durch Dich zu den Füßen dieſer ſo gütigen und hoffentlich auch ſchönen Fee niederzulegen. Sprich ihr dabei meinen heißen Wunſch aus, ſie von Angeſicht zu Angeſicht kennen zu lernen, um wiederholen zu dürfen, was mein eben ſo heißes wie dankerfülltes und tapferes Herz für ſie fühlt.“ 3
Ob die Rolle des Zwerges hier ausgeſpielt war, oder ob derſelbe ſonſt Urſache hatte, ſich dem forſchenden Blicke des wilden Jägers zu entziehen,— genug, er verbeugte ſich und zog von dannen, wobei ihn die trotzigen wilden Männer umringten und ihm die Jägerſchaar den Rücken deckte. Einige Augenblicke ſpäter, und das Dickicht des Waldes hatte die ganze märchenhafte Erſcheinung ſpurlos verſchlungen, ſo daß Rodenberg Alles für einen Traum hätte halten können, wenn ihm nicht das Jagdhorn als ſichtbares


