20 Zwölftes Kapitel.
Zeichen der Wahrheit in der Hand geblieben wäre. Und es war ein prachtvolles Horn, wie er es ſich wohl gewünſcht, wie er ein faſt ähnliches geſehen zu haben glaubte, dieſes aber noch reicher und geſchmackvoller verziert fand; es war von Elfenbein, mit Silber eingelegt und mit einer Kette von gleichem Metalle verſehen. Auf einer der Verzierungen, die ſich wie ein feines Band um das Horn herumſchlangen, ſtanden die Worte:»Espere y teme!«—(Hoffe und fürchte!).
Nachdem die drei Freunde das Jagdhorn aufmerkſam betrachiet, ſagte van der Maaßen, indem er den Tod mit einem Blicke ſcheuer Verehrung betrachtete:„Alles das, was wir ſoeben erlebt, die märchen⸗ hafte Geſandtſchaft, das Geſchenk dieſes Hüfthorns, finde ich nicht ſo außerordentlich, als daß die Prophezeihung Knorx ſo raſch und plötzlich in Erfüllung gegangen iſt, doch habe ich nie daran ge⸗ zweifelt, denn ich kenne ihn.“
„He, wilder Jäger,“ rief der Kriegshauptmann Rodenberg an, indem er ſich vom Gezelte des Prinzen Maiwein her näherie, „Seine Hoheit haben da etwas bemerkt von fremden Völkern, die ſich Euch genähert und, wie es ſcheint, eine Botſchaft gebracht! Seine Hoheit wünſchen von dem Inhalte derſelben unterrichtet zu ſein!“
„Das ſoll mit dem größten Vergnügen geſchehen,“ gab Roden⸗ berg zur Antwort, indem er ſein Horn über die Schulter hing unnd mit ſeinen beiden Begleitern dem Kriegshauptmann folgte.
Der Prinz Maiwein hatte aus der großen vergoldeten Bowle ſo viele Gnade ausgetheilt, daß dieſelbe leer geworden, wobei es eigenthümlich anzuſehen war, wie ſich der flüchtige Geiſt dieſes Inhaltes auf einigen zart gerötheten Wangen, beſonders in Gunſt ſtehender Hofbeamten zeigte.
Der wilde Jäger trat vor und erzählte das erlebte Abenteuer, wobei er hinzufügte, daß es ihm hoffentlich gelingen werde, die erhabene Geberin aufzufinden, um ihr ſeinen Dank bezeigen zu


