Was blaſen die Trompeten? Huſaren, heraus! 17
großer Beſtimmtheit—„Knorx hat es prophezeit, und darauf kannſt Du dich verlaſſen.“ 1
„Schade, daß Du es nicht haſt,“ meinte der Tod nachdenklich, „ich vermiſſe dieſes Wunderhorn mit ſeinem weichen, lang nach⸗ klingenden, melancholiſchen Tone— einem Tone...“
„Horch', einem Tone, wie jener, der dort vor uns aus der Tiefe des Waldes dringt!“ rief Rodenberg.
„Ja, ja, einem ähnlichen Tone,“ ſagte der Tod.
Und er erklang abermals, näher kommend— weich nach⸗ klingend, melancholiſch.
„Lagert dort Jemand von den Unſrigen?“ fragte Knorx, der aufmerkſam hinlauſchte.
„Niemand.“
Da tönte es zum dritten Male.
„Ah— was iſt das?“
Die Blicke der Drei waren auf eine mächtige Buche vor ſich gerichtet, deren untere, dicht belaubte Aeſte mit einer nebenſtehenden Eiche ein förmliches Thor bildeten, durch welches jetzt etwas ſo Sonderbares hervortrat, daß man es an jedem anderen Tage mit Staunen, ja, wohl mit Schrecken betrachtet haben würde. Aber heute, am Künſtlertage, am Tage der Wunder, gab es ja nichts Uebernatürliches, und ſo blieh denn auch Rodenberg an ſeinen Baum gelehnt ſtehen, der Teufel behaglich zu ſeinen Füßen ſitzen, und nur der Tod trat etwas auf die Seite, wobei er mit einer feierlichen Handbewegung auf den wilden Jäger zeigte, als wollte er ſagen:„Das iſt der Mann, den Ihr ſucht.“
Aus dem Walde hervor traten fünf bis ſechs Jäger, kräftige gedrungene, bärtige Geſtalten mit wild⸗verwegenen Geſichtern und blitzenden Augen. Sie waren coſtumirt wie die Schaar des Roden⸗ bergers, nur ſah Alles an ihnen ſo abgenutzt, ſo gebraucht und doch wieder ſo echt aus, als ſeien ſie ſämmtlich nach einer langen, ermüdenden, nächtlichen Jagd vom Pferde geſtiegen. Auf den


