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Was blaſen die Trompeten? Huſaren, heraus! 15
als wäre das Ganze hier nicht ein heiteres Spiel, ſondern blutiger Ernſt. Da würde ich allerdings eine reiche Ernte halten, und es kam dabei etwas wie ein zweites Geſicht über mich, ſo daß ich hätte vorausſagen können, Der und Der werde mit heiler Haut davonkommen, während man Dieſen und Jenen drunten einſcharrt.“
„Knorx hat immer ſo trübſelige Phantaſieen, er hat etwas von der Gabe der Prophezeihung. Wenn es ihm irgend unbehag⸗ lich wird, ſo iſt es beſſer, man folgt ihm und geht nach Hauſe.“
„Und es iſt Dir heute unbehaglich?“ fragte der wilde Jäger.
„Ganz und gar nicht; ich bin ſo heiter, als es mir mög⸗ lich iſt.“
„Ja, ja, ſein Ausſehen iſt ſo,“ bekräftigte van der Maaßen, nachdem er einen tüchtigen Schluck gethan.„Jemand, der ihn nicht kennt, würde behaupten, er ſei nicht guten Humors; aber ſein Auge leuchtet, und das iſt mir ein Beweis, daß er ſich wenigſtens innerlich freut.— Da trink' einmal und dann prophezeie uns was Gutes!“
Knorx that einen langen Zug, und als er das Horn abſetzte, blickte er gedankenvoll in den Wein, der aus der dunklen Tiefe des Gefäßes röthlich hervorleuchtete.—„Nun gut, Ihr ſollt eine Weiſſagung hören, die ſich noch vor Euren Augen erfüllen wird.— Woran dachteſt Du in dieſem Augenblicke?“ fragte er, den wilden Jäger anſehend.
„Ich?“ gab dieſer mit einer kleinen Verwirrung zur Antwort— „ich dachte— nun, woran ſoll ich gedacht haben?— an unſer Lager, an unſere Fahnenburg, an den glorreichen Sieg oder an einen ſchönen Reitertod.“
„Ha,“ machte der Tod bedenklich,„letzteres wäre mir nicht lieb, denn ich ſage Dir, Rodenberg, das, woran Du jetzt eben ge⸗ dacht, wird ſich Dir nähern und mit Dir auf irgend eine Art in Verbindung treten!“
Der wilde Jäger lächelte ungläubig, obgleich er ſo gern den


