14. Zpoölftes Kapitel.
oder einſchlagend Tod und Verderben bringen können, hier aber nur einen erneuerten Jubel hervorrief.
Wenn ſich das Ohr an den heitern Liedern und der rauſchen⸗ den Muſik erfreute, ſo ergötzte ſich das Auge an dem bunten Durcheinander der lebhafteſten Farben, dem Golde der Treſſen und Quaſten, dem Leuchten und Blitzen der Waffen, dem Wehen der Federbüſche, beſonders aber an der tiefgrünen Waldumgebung, die bei aufſteigender Sonne immer mehr und mehr wie mit Gold durchwirkt erſchien und ſo einen glänzenden, reichen Rahmen bildete zu dem bewegten Lagerleben der Künſtler.
Rodenberg's Jäger hatten ſich zu den Reitern geſellt und lagerten am entfernteſten vom Marketenderkarren, nicht aber ohne die in ſtrategiſcher und anderer Hinſicht ſo wichtige Verbindung mit demſelben aufrecht zu erhalten, und es geſchah dies auf ſehr ſinnreiche Art durch große, wohlgefüllte Trinkhörner, die durch eine förmliche Vorpoſtenkette hin und her befördert wurden. Auch das Haupt der wilden Jagd bediente ſich, an eine Eiche gelehnt, eines ſolchen Trinkgefäßes, deſſen Inhalt es mit dem Tod und dem Teufel theilte. Letzterer ſaß auf einer Baumwurzel und ſchaute, das breite Geſicht zu einem freundlichen Lachen verziehend, an dem Trinkhorn empor, wogegen Knorx etwas abſeits ſtand und mit über einander geſchlagenen Armen ernſt und gedankenvoll auf das Ge⸗ treibe zu blicken ſchien.
„Woran denkſt Du?“ ſagte der wilde Jäger gegen Knorx gewandt, nachdem er dem Teufel das Trinkgefäß eingehändigt— „Du ſchauſt ſo gar trübſelig aus!“
„Er denkt an den bevorſtehenden Kampf,“ verſetzte van der Maaßen heiter,„und freut ſich auf ſeine Art über die Ernte, die er dann machen wird.“
„Iſt es ſo?“ fragte Rodenberg.
„Der Teufel hat zuweilen Recht,“ gab der Tod zur Antwort,
„ich dachte an dergleichen und ſtellte es mir recht lebendig vor, 3
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