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Was blaſen die Trompeten? Huſaren, heraus! 9
beendigtem Kampfe ſowohl für die Sieger als für die Beſiegten ein großes, allgemeines Freudenmahl anzurichten.
So weit war nun Alles in beſter Ordnung. Olfers halte dem wilden Jäger den Befehl ertheilt, mit ſeiner Schaar unter mög⸗ lichſt großem Spectakel das Terrain zu recognosciren und dabei, ſo wie ſie von der Fahnenburg aus ſichtbar ſei, Tod und Teufel voran zu ſenden, um dort einen heilſamen Schrecken zu verbreiten.
Wir brauchen wohl nicht zu ſagen, daß die wilde Jagd dieſem Befehle alle Ehre machte. Sogleich ging es im Galopp das Ge⸗ ſtrüpp aufwärts, was Pferde, Menſchen und Eſel laufen konnten, und dabei bemühten ſich die Waldhörner, irgend eine unerkennbare Melodie zu blaſen. Die Gewehre krachten, aufs Gerathewohl in die Luft abgeſchoſſen, die Hetzpeitſchen knallten, die Rüden bellten, kurz, es war ein ganz paſſender Höllenlärm, mit dem der wilde Jäger in die Berge zog.
Seine Hoheit nippten dabei an ihrem Maitrank und ließen Allerhöchſtihren Ordenskanzler die vorausſichtlich Tapferſten der Reiter, Jäger, Pferde und Hunde für den Orden vom ſüßen Mai⸗ wein notiren.
Die wilde Jagd machte aber auf die Belagerten durchans keinen Eindruck, vielmehr flog von der Zinne des Thurmes beim Anblicke von Tod und Teufel eine große, ſchwarze Flagge auf, was ſo viel heißen mochte, als: man werde ſich bis aufs Meſſer und bis zum letzten Schwanzriemen vertheidigen— letzteres eine⸗ höhniſche Anſpielung auf ſattellos gewordene Reiter.
Darauf befahl Seine Hoheit, die Burg in großem Style förmlich zur Uebergabe aufzufordern, zu welchem Zwecke ſich der Befehlshaber ſelbſt in Begleitung eines Standartenträgers mit weißer Fahne und gefolgt von dem ganzen Muſikcorps zu Fuß bis zu jenem Platze am Fuße der Fahnenburg hegab, wo Rodenberg ſeine Skizze von der kleinen Veſte gezeichnet. Dort Rellie ſich das
Hackländer's Werke. 53. Bd.


