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Elftes Kapitel. LI pitel.
„Gewiß, Sennora, ich erinnere mich dieſer Zeit; Sie empfingen mich, die Fremde, welche damals nur ſehr wenig von der Landes⸗ ſprache verſtand, ſo freundlich, als ich es erwartete.“
„In dieſem Falle müſſen Ihre Erwartungen nicht ſehr hoch geſpannt geweſen ſein,“ ſagte die Frau des Malers, wobei ſich ein ironiſches Lächeln um ihre Mundwinkel zeigte,„denn ich empfing Sie mit mehr Ruhe und Kälte, als ich ſonſt gewöhnlich Fremde zu empfangen pflege. Um ehrlich zu ſein, ich empfing Sie ſo, wie eine warnende Stimme in meinem Innern mir gebot, Sie zu em⸗ pfangen und ich that Recht daran!“
„O, Sennora,“ erwiederte Conchitta mit einem bittenden Tone, „Sie ſind doch nicht in der Abſicht hieher gekommen, mir harte Worte zu ſagen, mir Beleidigungen zuzufügen?“
„Sie fanden,“ fuhr Frau Hildegard fort, ohne es für nöthig zu halten, dieſe Frage zu beantworten,„daß die Art, wie ich Sie in meinem Hauſe empfing, Ihnen nicht behagte! Sie machten Ihre Beſuche ſeltener und ließen ſich endlich gar nicht mehr ſehen bei mir in meinem Hauſe— Sie verſtehen doch, was ich damit ſagen will, Mademoiſelle Conchitta?“
„Ich verſtehe es wohl, aber ich begreife es nicht.“
„Was ich wieder vollkommen begreife, aber nicht verſtehen will,“ erwiederte die Frau des Malers in einem Tone des Hohnes und der Bitterkeit,„und mir deßhalb erlauben muß, hinzuzuſetzen, Sie brachen allen Verkehr mit meinem Hauſe, aber nicht mit mei⸗ nem Manne ab!“
„Es iſt wahr, ich ſah Herrn Olfers zuweilen; er blieb mir gegenüber gleich gütig, gleich freundlich von der Stunde an, wo ich ihn zum erſten Male geſehen, bis neulich, wo ich in ſeinem Ate⸗ lier zum letzten Male mit ihm ſprach. Er war ſo wohlwollend, mir hier und da kleine Anleitung zu geben, er, der große, berühmte Künſtler der unbedeutenden Anfängerin, und er that das mit einem Ernſte und doch wieder mit einer Milde, die mein Herz mit einer
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