Teil eines Werkes 
52. Bd. (1873) Werke
Entstehung
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Ueber allen Gipfeln iſt Ruh.

Waährend die glückliche Künſtlerſchaar luſtig jubelnd den fernen Bergen entgegenzog, laute Fröhlichkeit und Kampfluſt im Herzen, wenn ſie an die nächſten Stunden dachte, wo es galt, einen Feind zu beſiegen, der ſich unterſtanden, die heitere Freude gefeſſelt zu halten während ſie ſo glänzend und ſtrahlend, umſchwärmt und begleitet von Fußgängern, Reitern und Wagen, dahinzog, ließ ſie hinter ſich die Stadt und den nun ſo einſamen Garten, der, verlaſſen von allen lebenden Weſen, ſo feierlich ſtill geworden war und deſſen tiefe Ruhe durch nichts mehr geſtört wurde, als durch das Nauſchen eines leiſen Windes in den Zweigen der mächtigen, uralten Bäume und durch das ſanfte Murmeln des durchſtrömen⸗ den Baches.

Und doch vernimmt man hier wieder nach kurzer Zeit ein leiſes Geräuſch, das Kniſtern des Sandes unter einem ſehr feinen und ſehr leicht auftretenden Fuße. Es iſt ein junges Mädchen in einem einfachen, grauen Kleide, das jetzt zwiſchen den Stämmen hervor auf einen der freien Raſenplätze tritt, ſich gegen eine dort befindliche Steinbank wendet und ſich ſetzt. Sie trägt in der einen Hand einen Buſch Maienblumen, in der anderen ihren Sonnen⸗ ſchirm und ein dünnes Buch von ziemlich großem Umfange.