Teil eines Werkes 
52. Bd. (1873) Werke
Entstehung
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Der Wild⸗ und Rheingraf ſtieß ins Horn. 273

dieſer treue Leibknappe, mit einer Schweinsblaſe tüchtig um ſich hauend, ſich und ſeinem Herrn die zuweilen muthwillig herandrin⸗ genden Buben vom Leibe.

Wie eine Siegesbeute oder irgend ein von dem ſinnreichen Junker überwundener nubiſcher König folgte der Mohr.

Dieſer an ſich ſehr gelungene Repräſentant der farbigen Erd⸗ bewohner machte indeſſen mit ſeiner Erſcheinung nicht das gehoffte oder erwartete Glück und mochte überhaupt den Zuſchauern als ein etwas zu fremdes Element bei dem Künſtlerfeſte erſcheinen. Bei ſeinem Einreiten in den Garten hatte er das Unglück gehabt, von der muthwilligen Bubenſchaar verhöhnt zu werden, und jetzt, als er im Zuge wieder erſchien und ſich in Reſpect zu ſetzen gedachte, indem er martialiſch ſeine Keule ſchwang, wurde er gar nicht be⸗ achtet, denn hinter ihm erſchien die wilde Jagd.

Ah, die wilde Jagd! Hurrah, die wilde Jagd!

Unter dieſem ſich beſtändig wiederholenden Geſchrei ſetzte ſich der größte Theil der Bubenſchaar in Bewegung und folgte dem, was ihr das Liebſte war: rechts und links an den Straßengraben gedrängt, ſetzten die kleinen Burſchen bald über Haufen von Chauſſee⸗ ſteinen hinweg, bald über Mark⸗ und Gränzſteine, purzelten auch wohl dutzendweiſe in den Straßengraben hinab, da alle ſich bemühten, ſo viel als möglich in der Nähe von dem Tod und dem Teufel zu bleiben.

Der wilden Jagd folgte, umringt von einer Schaar faunen⸗ hafter Geſtalten mit ſchwarzem, wolligem Haar, aus dem kleine Hörner hervorſchauten, dunklen Geſichtern, dunklen, mit einem Wein⸗ laubkranze umſchlungenen Oberkörpern, mit zoitigen Hüften aus Ziegenfell und Bocksfüßen, der große Pan, der, ſeit die Freude vom Drachen Griesgram in Feſſeln geſchlagen worden war, in Kummer und Betrübniß vergehen zu wollen ſchien, ja, dem Tode nahe war, hoffend auf den Sieg der Poeſie, um alsdann draußen am Fuße der Fahnenburg auf's Neue ein luſtiges Waldleben zu beginnen.