Teil eines Werkes 
52. Bd. (1873) Werke
Entstehung
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270 Zehntes Kapitel.

Knorx, ich verzeihe Dir aus vollem Herzen, rief ihm Ro⸗ derich freudig entgegen,daß Du uns als Don Quixote ſo perfid im Stiche gelaſſen wahrhaftig, Du ſiehſt gottvoll aus, überhaupt der ganze Zug iſt ſo poetiſch und ſchön, wie man ſich nur etwas denken kann!

Prinz Maiwein ſagte zu dem wilden Jäger, welcher, an der Thür der Reſtauration ſtehend, ein Seidel Bier trank:Du ſoll⸗ teſt mir eigentlich den Tod und den Teufel ablaſſen, damit ſie rechts und links an meinem Wagen ritten, es wäre das für alle Schlem⸗ mer ein ſymboliſcher Wink: hütet euch vor dem Uebermaße, ſogar in ſüßem Maitranke, denn ſonſt könntet ihr leicht dieſen beiden Geſpenſtern zum Opfer fallen! Scherz bei Seite, Rodenberg, fuhr Lytton fort, indem er dem Freunde auf die Schulter klopfte, Du haſt das beſte Theil erwählt und es mit Geſchick durchgeführt: ich komme mir daneben förmlich fade vor in meiner prinzlichen Seide und meinem hoheitlichen Sammt.

Jedem das Seine, erwiederte Rodenberg mit einem leichten Anfluge von Spott;Du gehörſt in Deinen vergoldeten Wagen und biſt der rechte Mann dazu, dem ſchönen Geſchlechte das Gift unter der ſüßeſten Form des Maitrankes beizubringen.

Eine ſchmetternde Trompeten⸗Fanfare ertönte und Alles kam in Bewegung. Roderich, der ſchon zu Pferde ſaß, blickte mit ſei⸗ nem ſcharfen Auge rings umher und lenkte alsdann ſein Pferd gegen einen anderen Reiter, eine prächtige, breite Geſtalt, in faſt gleichem Coſtume wie er ſelbſt, der jetzt die ſchwere Fahne der Künſtlerſchaft wie eine leichte Feder emporhob und in den Bügel⸗ ſchuh ſteckte.

Lindau, rief er ihm zu,Du läſſeſt die Reitermuſik zwan⸗ zig bis dreißig Fuß voran und dann folgſt du ihr! Haſt Du Dich auch mit dem Kapellmeiſter verſtändigt, daß er nicht ſo raſch vorn hinwegreitet? Ueberhaupt mußt Du ihm zuweilen zurufen, denn alle Anderen ſehen nur auf Dich und Deine Fahne!