Teil eines Werkes 
52. Bd. (1873) Werke
Entstehung
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Der Wild⸗ und Rheingraf ſtieß ins Horn. 269

So ſehr ſich auch ſeine leicht begreifliche Eitelkeit durch dieſen glänzenden Erfolg geſchmeichelt fühlte, ſo war es ihm in der That doch außerordentlich angenehm, als er nun an dem Verſammlungsorte anlangte und ſich die ſchützenden Thore des Gartens vor ihm öffneten.

Das iſt Lützow's wilde, verwegene Jagd!

ſang, klang, ſchrie, brüllte, trompetete und paukte es von allen SeitenHurrah, die wilde Jagd!

Der Rappe ſetzte mit einem gewaltigen Sprunge in den Gar⸗ ten hinein, wo der Reiter gewandt abſprang und alsdann ſein Pferd auf die Seite zog, um das Gefolge hereinzulaſſen.

Augenblicklich ſah ſich hier Arthur von den Freunden umringt, die ihn herzlich grüßten, ihm die Hände ſchüttelten und ihn mit wohlgemeinten Lobſprüchen überhäuften. Daß ſeine Anſtrengungen hier vor den Kenneraugen der Künſtler ihre Würdigung fanden, das machte ihn ſtolz und glücklich, und er lachte aus vollem Halſe mit, als eine Bemerkung Cupido's allgemeine Heiterkeit erregte.

Dieſer hatte nämlich, auf ſeinen Bogen geſtützt, die ganze wilde Jagd an ſich vorbeiziehen laſſen und ſagte dann mit einem affectirten Seufzer:Ja, ja, das iſt alles ſchön und gut, aber recht traurig: heute roth und morgen todt, und was der gute Arthur jetzt als Spiel treibt, muß grauſige Wahrheit werden, denn er hat ſich ſo in Schulden geſteckt, daß er ſich aus einem wilden Jäger in einen wild gejagten verwandeln muß.

Worauf dem kleinen Liebesgotte der Tod zurief:Schweig', Du neidiſche Unke, oder ich hole Dich heute Nacht, wozu Du mir bei Speiſe und Trank ſchon Gelegenheit geben wirſt!

Jeder der Künſtler aus dem Zuge der wilden Jagd erhielt übrigens die gebührende Anerkennung, vor allen Dingen Knorx und van der Maaßen, von denen beſonders der erſtere durch ſeine gelungene Maske nicht allein die Freude, ſondern auch der Schrecken der Beſchauer war.