Teil eines Werkes 
52. Bd. (1873) Werke
Entstehung
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268 Zehntes Kapitel.

und als ſie an den Refrain des Liedes kamen: Das iſt Lützow's wilde, verwegene Jagd!

da ſangen Hunderte laut gellender Bubenkehlen in allen paſſenden und unpaſſenden Tonarten mit, auch die Bande im Garten fiel ein mit der türkiſchen Muſik, mit ihrer großen Trommel und Tſchineradada, daß es einen förmlichen Höllenlärm abgab, würdig als Begleitung des wilden Jägers.

Rodenberg feierte ausgezeichnete Triumphe, und er mußte ſich

mit Befriedigung geſtehen, daß, ſo ſchön auch der Tag zu werden verſprach, derſelbe doch nicht im Stande ſein werde, das zu über⸗ bieten, was der glückliche Arthur heute Morgen ſchon genoſſen: von dem kleinen Hauſe anfangend, wo ſie am Fenſter geſtanden, hatte er einen förmlichen Triumphzug gefeiert; in den Augen aller derer, die ihn ſahen, wann er vorüberzog, war nur Staunen und Be⸗ wunderung zu leſen; die Männer, bekannte und unbekannte, riefen ihm häufig zu: Ausgezeichnet, vortrefflich arrangirt! und manch' leuchtendes Mädchenauge, das ähnliche Gedanken ohne Worte aus⸗ ſprach, hätte ihm gefährlich werden können, wenn er nicht ſo warm und innig an ſeine ſchöne, geheimnißvolle Waldfee gedacht. Ach, wie ſie an jenem herrlichen Morgen war, ſtand ſie ſo lebendig, ſo lieblich vor ſeiner Seele, nicht mit jenem düſteren Auge, das er in den Tagen darauf an ihr bemerkt, wenn er ſie ſah, zufällig auf der Straße oder, was ſo häufig geſchah, an ihrem Fenſter vorüber⸗ ziehend! Doch jetzt hatte der wilde Jäger kaum mehr Zeit, dergleichen Gedanken nachzuhangen. Er gerieth nun mit ſeinem Zuge zwiſchen die beiden Wagenreihen der Zuſchauer, zwiſchen die wogende und lärmende Volksmenge hinein, und hier, mochte er wollen oder nicht, war er doch häufig genöthigt, manchen lauten Ausruf der Freude, ja, des Entzückens auf ſich zu beziehen und mit einem dankenden Gruße zu erwiedern.