Der Wild⸗ und Rheingraf ſtieß ins Horn. 267
„Die wilde Jagd!“ klang es von vielen Stimmen in der Entfernung.
„Ah, die wilde Jagd!“ hörte man die ſagen, welche in ihren Wagen aufrecht ſtanden.
„Wahrhaftig, die wilde Jagd!“ ſagte ein Reiter, indem er ſich in den Bügeln erhob, zu einem anderen, der einen halben
Schritt hinter ihm hielt—„können Sie ſie ſehen?— Auf mein Wort, ausgezeichnet arrangirt!“ „Auf Ehre, ſuperbe....*
„Und wie der an der Spite, ein wunderſchöner junger Menſch, auf ſeinem prachtvollen Rappen ſitzt— ah, ich kenne das Pferd, es gehört dem Rittmeiſter von Strachwitz— ſehen Sie ihn— wie gelungen ſein Coſtume iſt!“
„Auf Ehre— räuberhaft!“*
„Vortrefflich, ſage ich Ihnen! Und die Jägerburſchen hinter ihm, ſein ganzes Gefolge, köſtlich— deliciös— und dort kommt, als zur wilden Jagd gehörig, Tod und Teufel— ein paar phan⸗ taſtiſch gelungene Geſtalten— ſehen Sie dieſelben?“
„Ja, ja— trichinenhaft!“
Hier wurde das Geſpräch dieſer beiden Reiter unterbrochen, zerriſſen durch das wilde Geſchrei der Bubenſchaar, die jetzt die erſten Reiter zu Geſicht bekam und nun wie toll brüllte:„Die wilde Jagd— die wilde Jagd— Hurrah, die wilde Jagd!“
„Lützow's wilde, verwegene Jagd!“ gellte Einer hoch von einem Baume herab.
Worauf es gerade ſo war, als habe der Kapellmeiſter der be⸗ rittenen Muſikbande vor dem Garten nur auf dieſes Wort, wie auf ein Commando, gewartet, denn in der Secunde darauf gab er ein Zeichen, indem er ſein Klapphorn hoch emporhielt und dann raſch ſenkte, worauf die Trompeter die Melodie blieſen:
„Was glänzt dort im Walde im Sonnenſchein?“


