Der Wild⸗ und Rheingraf ſtieß ins Horn. 265
„Auch das iſt gerade kein Compliment,“ gab Don Quixote zur Antwort, indem er an ſich hinunterſah;„wahrhaftig, in dieſen Tricots und dieſer Rüſtung ſehe ich klapperdürre aus.“
„Alles zur Ehre der Künſtlerſchaft!“ rief Lytton lachend, in⸗ dem er dem Edlen aus der Mancha ebenfalls die Hand reichte und dann zu Sancho Panſa hintrat, einem der talentvollſten jungen Künſtler, welche die Akademie aufzuweiſen hatte und deſſen Name in wenigen Jahren eben ſo bekannt und berühmter ſein ſollte, als der des dicken ſpaniſchen Eſeltreibers, den er mit eben ſo viel Witz als Laune vorſtellte.
Draußen vor dem Garten wurde das Geſchrei der Buben, ſo⸗ wie das Geſumme und Gejohle der dichten Volksmaſſe durch ſchmet⸗ ternde Muſik übertönt; es war eine zweite, eine berittene Muſik⸗ bande, die herankam und ſich vor dem Garten aufſtellte: die Reiter hatten hohe, bis über die Kniee reichende Stiefel und gelbe Leder⸗ wämmſer mit aufgeſchlitzten, lang herabfallenden Aermeln, unter denen ein blaues, eng anliegendes Unterkleid hervorblickte; der Ringkragen war von mattem Eiſen, eben ſo die Pickelhaube, auf welcher ein grüner Eichenbuſch ſteckte.
Mit lautem Hurrah wurden ſie von der Bubenſchaar umringt, die ſich ſo nahe um ſie herum und an dem Eingange des Gartens zuſammendrängte, daß ein rieſenhafter Mohr, welcher jetzt erſchien, um ebenfalls an dem Kriegszuge gegen den Drachen Griesgram Theil zu nehmen, gewaltig ſeine mächtige Keule ſchwingen mußte, um Platz zu gewinnen, was aber einige der keckſten Buben nicht abhielt, den langen Schweif ſeines Pferdes zu ergreifen, um ſich ſo in den Garten einzuſchmuggeln.
„He, Mohr,“ vernahm man ein paar andere Schreihälſe, „ſchlag um Dich, Du haſt Jemanden hinten aufſitzen— wie der
Mohr ſchwitzt, lauter ſchwarze Tropfen!“
„Kein Wunder bei der Hitze!“
„Wenn das ſo fortgeht, kommt er weißgewaſchen nach Hauſel“ Hackländer's Werke. 52. Bd. 18


