Der Wild⸗ und Rheingraf ſtieß ins Horn. 263
ſchen, jugendlich ſchönen Geſichte prächtig aus in dieſem Anzuge, der vervollſtändigt wurde durch einen blauen Mantel, welcher durch eine blitzende Juwelen⸗Verzierung, dargeſtellt durch einen Kranz von Maiblumen, umſäumt war.
Hier ſtanden die Landsknechte und Hellebardiere in Gruppen beiſammen, ihre mächtigen Lanzen mit den bunten Quaſten ſchul⸗ ternd oder feſt neben ſich auf den Boden ſtellend; da ſaßen andere von ihnen bei Conſtablern und Büchſenſchützen und frühſtückten den dampfenden Kaffee oder auch wohl verſtohlen ein Glas Bier; da ſtampften und ſchnaubten die Pferde unter ihren muntern Reitern oder, von dieſen am Zügel gehalten, ſtiegen ſie auch wohl luſtig und muthwillig und wieherten in die friſche, helle Morgenluft hin⸗ aus; da galoppirten auch wohl ein paar Geharniſchte, mit wallen⸗ den, bunten Federn auf dem Helme, nach einem der freien Plätze im Garten, wandten ihre Roſſe, um den nöthigen Abſtand zu ge⸗ winnen, und kreuzten dann die Klingen im ſcherzhaften Scheinge⸗ fechte— da leuchteten aus dem dunklen Grün hervor die Banner der verſchiedenen Künſtler⸗Corporationen, der Maler, der Bildhauer, der Kupferſtecher; da ſchallte luſtiges Lachen und heitere Worte der Begrüßung, des Lobes und der Verwunderung über einen neu erſchei⸗ nenden gelungenen Anzug; da erklang, über Alles hinaustönend, die Muſik der Bande, die wir ſchon vorhin gehört und geſehen, und welche ſoeben in den Garten einzog, das alte, berühmte Lied blaſend:
„Prinz Eugen, der edle Ritter“—
da gab es Ueberraſchungen auf Ueberraſchungen: durch das weit geöffnete Thor ſprengten auf einmal auf kleinen, rauhhaarigen Pferden zwei Rothhäute in den Garten, die im vollen Krieger⸗ ſchmucke gekommen waren, um ihren Brüdern fern im Oſten bei Entfeſſelung der Freude zu helfen.
Die Indianer wurden von zwei Künſtlern, geborenen Ameri⸗ kanern, die lange unter den Originalen gelebt, mit einer Wahrheit


