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254 Neuntes Kapitel.
ſonſt ſo grauſige Erſcheinung, wie ſie auf dürrer Mähre wohl mitternächtig über ein Schlachtfeld zieht.
Der Teufel in rothen Tricots, kurzem, ſchwarzem Kleide und ſtaubgrauem Mantel hatte durch die dicke Perſönlichkeit ſeines Re⸗ präſentanten faſt etwas Gemüthliches, beſonders der Kopf deſſelben, in welchem trotz der kohlſchwarzen Perrücke mit den bluthrothen Hörnern und des purpurnen Teints die gemüthlich blinkenden Aeuglein, ſowie die behaglichen, fetten Backen ihr Vorrecht ſiegreich behaupteten. Beſonders wenn der Teufel ſprach und alsdann ſein feines Discant⸗Organ ertönte, ging alle Furcht vor ihm verloren, und man hätte ihm die Hand drücken und als höflicher Mann den Wunſch blicken laſſen mögen, ſeine nähere Bekanntſchaft zu machen.
„Alle Wetter, Ihr ſeid ſchön!“ ſagte der Liebesgott, der ſich am erſten wieder gefaßt hatte.
Wir dürfen hier nicht verſchweigen, daß die Erſcheinung des Drachen Griesgram auf die beiden Eingetretenen beinahe dieſelbe heitere Wirkung ausübte, als vorhin auf die beiden Anderen, und waren ein lachender Tod, ſowie ein vor Freude brüllender Teufel ſehr ergötzlich anzuſehen.
Walter ging über dieſen Ausdruck ihrer Freude nicht nur mit großer Gemüthsruhe hinweg, ſondern war edel genug, die Ver⸗ ſicherung zu geben, daß ihre Masken gut gewählt und ſinnig aus⸗ geführt ſeien.
„Aber wo wird man Euch eintheilen?“ fragte der wilde Jäger, indem er van der Maaßen freundlich auf die Schulter klopfte und alsdann Knorx kräftig die Hand ſchüttelte.„Mir kommt ein guter Gedanke,“ ſetzte er hinzu,„wenn Ihr beritten wäret, ſo würdet Ihr meinen Zug auf ausgezeichnete Art ſchmücken.“
„Ob wir beritten ſind!“ gab der Tod ſelbſtgefällig zur Antwort. „Ich ſage Dir, wir ſind wunderbar beritten, und Du kannſt Deinem Glücksſtern danken, daß wir auf eine ſo immenſe Idee kamen!“


