Teil eines Werkes 
52. Bd. (1873) Werke
Entstehung
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Bekränzt mit Laub den lieben, vollen Becher. 43

„„Das iſt doch ſonderbar, ſagte die beſorgte Mutter, ‚„wo das Kind heute bleibt; und endlich ſtand der Vater verdrießlich auf und ſagte zu uns: ‚Kommt, ich will euch ſuchen helfen, wir werden ihn gewiß finden— wo ging er hin, als er ſich verſteckte?⸗

„Es war oben im langen Gange,“’ riefen ein paar Dutzend Stimmen durch einander, ‚wo er von uns lief und uns lachend aufforderte, ihn zu ſuchen,“

„Und wohin wandte er ſich?⸗

„„Nach dem Eckthurme, wo ſich die alte Kapelle befindet!“

„Der Vater ſchüttelte mit dem Kopfe, indem er ſagte: Das kommt von dieſen ewigen Kindereien; ich habe den Buben ſo oft ausgefragt, wo er ſich eigentlich verſtecke— wenn ihm nur da droben kein Unfall widerfahren iſt! Ich ſcheue die Gegend bei der alten Kapelle, ohne zu wiſſen, warum.““

Dies erzählte Conchitta in abgebrochenen Sätzen, wobei ſie die Stimmen der Sprechenden nachahmte und ſo das Intereſſe der Zu⸗ hörer auf's höchſte ſpannte.

„An dem Tage,“ fuhr das junge Mädchen mit einem eigen⸗ thümlich zitternden Tone fort,„trug Juan eine Halsbinde von einer grellen, rothen Farbe.“

„Ah, jetzt kommt auch d die Halsbinde!“ ſagte aufgeregt die kleine Margarethe.

„Was ſoll ich da viel erzählen und Trauriges umſtändlich berichten, genug, unſer Suchen und das des Vaters, das der Mutter, ſowie des zahlreichen Geſindes nach dem Knaben war ver⸗ gebens.“

„Hören Sie auf,“ rief der Baron, indem er erſchrocken auf⸗ ſprang,„das iſt ja eine förmliche Geſpenſter⸗ oder Mörder⸗ geſchichte!“

„Nein, nein, hören Sie nicht auf,“ ſprach Lytton raſch und dringend,„es hat mich wahrhaftig lange nichts ſo ſehr an⸗ geſprochen, als Ihre Erzählung!“