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Bekränzt mit Laub den lieben, vollen Becher. 37
„Sie verſtehen es, unſere Aufmerkſamkeit zu ſpannen,“ ſagte Roderich, der ſchon lange nicht mehr malte, ſondern, an ſeine Staffelei gelehnt, zuhorchte.
„Ganz famos!“ rief der Baron aus, indem er gegen die Spanierin leicht ſeine Fingerſpitzen küßte;„aber nehmen Sie ſich in Acht, mein Fräulein, nach Ihrem pikanten Eingange haben wir das Recht, etwas ganz Außerordentliches zu erwarten!“
Ehe Conchitta wieder begann, hörte man abermals einige leichte Klänge der Mandoline, die leiſe, leiſe eine luſtige heitere Weiſe anſtimmten, aber alsdann mit einem ernſten Accorde verhallten, dem Mercedes andere ähnliche folgen ließ, während ihre Schweſter weiterſprach, ſo daß es klang, als rauſche der Wind durch Aeols⸗ harfen. 3 „Es war ein Hochzeitsfeſt in dem alten Schloſſe und die einzige, junge und ſchöne Tochter des Hauſes war einem Manne vermählt worden, den ſie unausſprechlich liebte. In dem großen Saale wurde geräuſchvoll bankettirt, zahlreiche Gäſte aus der reichen Verwandt⸗ ſchaft und die benachbarte i Edelleute wurden geladen. Muſik ertönte, Gläſer klangen, Trinkſprüche wurden ausgebracht, und bei dem wachſenden Lärmen der ausgelaſſenſten Fröhlichkeit verließ die junge Braut nach einem zärtlichen Händedrucke den Platz neben ihrem Gemahl und verſchwand aus dem Saale, ohne daß ihr Fortgehen gerade beſonders bemerkt worden wäre. Die Diener in den Neben⸗ zimmern ſahen ſie dieſe durchſchreiten, und draußen im Gange war ihre hohe, weiße Geſtalt ebenfalls bemerkt worden, wie ſie ihn langſam hinabſchritt gegen einen der Eckthürme des Schloſſes zu, wo ſich eine kleine Hauskapelle befand, die ſelten benutzt wurde, und wohin ſie ſich wahrſcheinlich zu ſtillem Gebete zurück⸗ ziehen wollte.
„Drinnen im Saale lärmende Muſik, immerfort klangen die Gläſer, ein heiterer Trinkſpruch jagte den anderen; Stunden ver gingen, die Braut kehrte nicht zurück. Da ſich der Gemahl, dem


