Teil eines Werkes 
52. Bd. (1873) Werke
Entstehung
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34 Erſtes Kapitel.

Tabak und rollte ihr Cigarrito mit ſolcher Geſchicklichkeit und An⸗

muth zwiſchen den feinen Fingern, daß der Baron erklärte, vor Freude außer ſich zu ſein, und auf Ehre verſicherte, ſelbſt in Berlin nie etwas Reizenderes geſehen zu haben. Auch Walter, der ſich gerade eine Pfeife ſtopfte, mochte etwas Aehnliches denken, wenigſtens betrachtete er mit einem eigenthümlichen Lächeln ſeinen ziemlich unſaubern Pfeifenſtummel. Nun brannten auch die anderen Ci⸗ garren; Roderich hatte Palette und Malſtock ergriffen, Lytton fing wieder an zu zeichnen, der Baron hatte ſich ſo geſetzt, daß er voll in das Geſicht Conchitta's ſah, und die jungen Leute, zu denen ſich Bergmüller geſellt, ihren Carton ſo geſchoben, daß ſie jetzt vollſtändig mit zur Geſellſchaft gehörten und in aller Gemüth⸗ lichkeit der Geſchichte lauſchen konnten.— Dann erzählte die junge Spanierin, wobei ſie aber ausſchließlich ihre Worte an das kleine Mädchen richtete:

„Spanien, wo ich geboren,“ ſagte ſie,„iſt ein wunderſchönes Land, meine gute Margarethe, mit ſehr langen Sommermonaten, wo es in Einem fort grünt und blüht, beſonders die Orangenbäume, die noch dazu das wunderbare Angenehme haben, daß ihre Blüthen zu derſelben Zeit ſo gut riechen, während man ihre Früchte ge⸗ nießen kann. Ach, und die Nächte dort ſind ſo lind und angenehm: da ſpaziert man in dem ſanft glänzenden Mondſcheine und ruht aus unter dichten Lorbeerbüſchen, während man murmelnde Spring⸗ brunnen hört und von fern her durch die ſtille Nacht reizende Zitherklänge ertönen!“

Mercedes hatte in ihrem Winkel die ſpaniſche Mandoline er⸗ griffen, die neben ihrem Sitze lehnte, und ließ jetzt unverhofft, aber ſo richtig einfallend und ſo paſſend zu dem weichen Tone, mit dem ihre jüngere Schweſter erzählte, ein paar raſche Accorde durch das hohe Gemach hallen, daß es die Zuhörer offenbar in eine ge⸗ hobene Stimmung verſetzte.

Lytton hatte bei den erſten Worten, welche Conchitta ſprach,

„