Teil eines Werkes 
52. Bd. (1873) Werke
Entstehung
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Bekränzt mit Laub den lieben, vollen Becher. 27

welches ſich aber faſt traurig auf dem bleichen Geſichte aus⸗ nahm.

Gewiß, Margarethe; habe ich Dir je etwas verſprochen und meine Zuſage nicht gehalten?

Ja, das haſt Du, Conchitta.

Nun, was denn? fragte dieſe, in der That erſtaunt.Dar⸗ auf wäre ich begierig, denn ich pflege ſonſt meine Verſprechen zu halten!

Du haſt mir eine Geſchichte verſprochen und haſt geſagt, wenn Du wieder ins Atelier kämeſt, würdeſt Du ſie mir erzählen, eine Geſchichte worin ein Bube vorkomme, ſo alt wie ich, und eine Katze mit einer Halsbinde. 4

Ah, ſagte Lytton lachend, der ganz dicht an die Beiden herangetreten war und, wie es ſchien, mit Wohlgefallen auf das faſt überreiche ſchwarze, weiche und glänzende Haar des jungen Mädchens blickteein Knabe und eine Katze mit einer Hals⸗ binde, das ſind ſchon ſo pikante Beſtandtheile zu einer Geſchichte, daß ich wirklich ſelbſt darauf begierig wäre!

Papa, Du weißt, daß Conchitta ſie mir verſprochen hat nicht wahr? 3

Roderich, der nach einem Blicke auf ſein Bild die Palette wieder ergriffen hatte, um noch ein paar Striche zu thun, und nun Farbe und Malſtock wieder niederlegte, ſagte mit einem freundlichen Blicke auf die Beiden:Allerdings, Sennorita, verſprachen Sie es ihr, und da auch ich der Anſicht Lytton's bin, daß wir nach Ihrem Pro⸗ gramme etwas Außerordentliches zu erwarten haben, ſo ſollten Sie Ihr Verſprechen erfüllen und uns die Geſchichte zum Beſten geben.

Ja, ja, jetzt erinnere ich mich. Aber das iſt eine Geſchichte nur für Kinder; ſie würde Ihnen wenig Vergnügen machen.

Was mich anbelangt, meinte Lytton,ſo habe ich ein ſo kindliches Gemüth, daß mich die Geſchichte außerordentlich an⸗ ſprechen wird..