Teil eines Werkes 
52. Bd. (1873) Werke
Entstehung
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Bekränzt mit Laub den lieben, vollen Becher. 25

Was meinen Sie zu dieſen Anſichten, Baron? wandte ſich Olfers an den jungen, eleganten Mann, der auf dieſe Frage, wahr⸗ ſcheinlich aus Verlegenheit, ſein Glas fallen ließ, um es gleich dar⸗ auf wieder einzufädeln, wobei er mit vieler Geiſtesgegenwart ſagte: Darüber ſoll ich meine Anſicht hören laſſen, ich, ein armer Laie, ein kleiner Verehrer der großen Kunſt, und vor Euch? Bei Rubens, werde mich ſchon hüten! Uebrigens weiß ja Herr Walter, was ich denke von jenen nach ſeinen Begriffen wunderbar gemalten Heiligen⸗ bildern, die mich froſtig und kalt laſſen, ja, ehrlich geſagt, mich langweilen wie die Sandfluren bei Jüterbogk: Ich bin für das Lebendige, für das Warme und Blühende in der Kunſt.

Der Baron richtete bei dieſen Worten ſein Augenglas auf die junge Spanierin, die ihn indeſſen mit ihrem ruhigen Blicke ſo theilnahmlos anſchaute, als ſei ſeine ganze elegante Erſcheinung nur ein Nebelflecken oder ein Kohlenſtrich auf der Wand.

Gerade Ihr, fuhr Walter in eifrigem Tone fort,und be⸗ ſonders Du, Roderich, Ihr hättet Euch mit Erfolg gegen die Ver⸗ flachung der deutſchen Kunſt anſtemmen ſollen und müſſen, aber auch Ihr huldigt dem Geſchmacke der Zeit und denkt, je bunter, je beſſer!

Du biſt hart gegen uns, Deine Mitgenoſſen, gab Roderich lächelnd zur Antwort;aber nun bitte ich Dich, beendige endlich einmal Deine heilige Cäcilie, damit Du wenigſtens durch Deine eigenen Werke die Worte Lügen ſtrafſt und uns dadurch vielleicht zur Nacheiferung aufforderſt. So, Sennorita, wandte er ſich an das junge Mädchen,ruhen Sie aus, Sie werden müde ſein.

Die ſchöne Spanierin dankte mit einer freundlichen Neigung

des Kopfes; ehe ſie aber ihre Stellung veränderte, ſchaute ſie mit

einem liebenswürdigen, fragenden Blicke nach Lytton, der aber haſtig ſagte:Bitte auf mich gar keine Rückſicht zu nehmen, verehrte Sen⸗ nora, ich benutze ja durch die gütige Erlaubniß meines Freundes nur die angenehme Gelegenheit, Ihr herrliches Profil zeichnen zu Hackländer's Werke. 52. Bo. 3