Teil eines Werkes 
52. Bd. (1873) Werke
Entstehung
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Bekränzt mit Laub den lieben, vollen Becher. 19

füllt haben würden, hier aber ganz an ihrem Platze ſchienen. Auf denſelben bemerkte man eine Sammlung von intereſſanten großen Krügen und Gefäſſen aus Thon und Glas, während feinere Ar⸗ beiten aus letzteren Stoffen, ſowie aus Bronze und edleren Metallen auf wohlerhaltenen uralten Etagèren von den zierlichſten Formen aufgereiht ſtanden. An der hinteren Wand, gegenüber dem Gobelin, unter dem wir hineingeſchlüpft ſind, befand ſich ein rother Divan und vor demſelben ein mächtiger Eichenholztiſch mit ſchweren ge⸗ drehten Füßen, um welchen Seſſel ſtanden mit hohen, reich ge⸗ ſchnitzten Rücklehnen, deren Polſterung mit gepreßtem Leder oder altem dickem Sammt überzogen war. Auch ſonſt überall in dem reichen Gemache fehlte es nicht an den mannigfaltigſten Sitzgelegen⸗ heiten: breite Armſeſſel, kleine, zierliche Tabourets und über ein⸗ ander gehäufte orientaliſche Kiſſen.

Was aber dieſem ganzen Raume ein ſo wohlthuendes Gefühl der Behaglichkeit gab und ihm die kalten Formen einer Kunſt⸗ ſammlung oder Ausſtellung benahm, war die ungeſuchte und doch maleriſche Unordnung, in der eine Menge anderer Gegenſtände ſo herumlagen oder herumſtanden, daß man überzeugt war, ſie ſeien gebraucht und eben erſt aus der Hand gelegt worden: ſo auf dem Tiſche Albums mit Zeichnungen und Skizzenbücher in den mannig⸗ faltigſten Größen, oder große Bände alter, prächtiger Werke; da⸗ neben ſeltene Waffen und geſchnitzte Kiſtchen, deren halb zuge⸗ ſchobener Deckel ihren Inhalt ſehen ließ: Zeichnungsmaterial, Pa⸗ piere, Cigarren; reiche alte Stoffe in Damaſt und Sammt von den lebhafteſten Farben lagen nachläſſig über die hohe Lehne irgend eines Stuhles geworfen, und zwiſchen ihren Falten hervor ſah man vielleicht den reichen, kunſtvoll gearbeiteten Griff und Korb einer Toledoklinge. Links von dem breiten, rothen Divan befand ſich ein geräumiger Kamin, deſſen Oeffnung ſo hoch war, daß ein Mann mit dem Hute auf dem Kopfe darin ſtehen konnte. Die trotzig ausſehenden Feuerhunde, welche im Winter das brennende Holz