Bekränzt mit Laub den lieben, vollen Becher.
wohl nicht zu entſcheiden haben. Was mich anbelangt,“ fuhr ſie
mit einer excentriſchen Handbewegung fort,„ſo behaupte ich, Ma⸗ dame hat Recht, zehn Mal Recht, hundert Mal Recht!“
„Und was mich betrifft,“ gab der Gärtner zur Antwort, wo⸗ bei er, ihre Handbewegung parodirend, ſein Grabſcheit ſchwang, „ſo ſage ich, mein Herr hat Recht, zehn Mal Recht, hundert Mal Recht— aber nichts für ungut, darum keene Feendſchaft nich, wie ſie in Berlin ſagen, wo ich glorios meine Zeit gedient!“
Die Kammerjungfer hatte ihre Augen und ihre Finger in den duftigen Waldmeiſter vertieft und ſagte nach einer längeren Pauſe, mehr wie zu ſich ſelber, als um es dem Andern mitzutheilen: „Es iſt eigentlich recht traurig, daß es ſo iſt; mir könnte es ſchon recht ſein, wenn es anders wäre, wenn Madame häufig hieher käme und ihre Freude hätte an den ſchönen Bildern, die der Herr malt— ach, wie ſchade,“ ſetzte ſie mit einem ſchwärmeriſchen Blicke gen Himmel hinzu,„ſo große Kunſt, ſo ein wunderbares Talent und ſo wenig innere und äußere Haltung!“
„Was Sie da ſagen, Jungfer Eliſe,“ erwiederte der Gärtner in ärgerlichem Tone,„könnte mich erzürnen, nicht gerade, weil Sie es ſagen, ſondern weil ich Sie kenne als das lebendige Echo unſerer Madame, und weil es traurig iſt, daß es ſo iſt— glauben Sie nicht, daß es auch den Herrn tief kränken muß, wenn die ganze Stadt und alle Fremden daher laufen, um eines ſeiner neuen Bilder zu ſehen, und man von Madame hören muß, wie ich's mit eigenen Ohren vernommen, ſie thäte das Bild noch gar nicht kennen?“— Dies letztere ſagte er in einer ſo komiſch geſpreizten Haltung und dabei in ſo ſcharfem Tone, daß man annehmen mußte, er copire und komme dem Originale ziemlich nahe, denn ein kurzes, aber ſchnell unterdrücktes Lächeln überfuhr die Züge der Kammer⸗ jungfer.
„Mich freut es nur, daß Ihr uns vermißt,“ ſagte ſie,„und zur Belohnung dafür will ich Euch anvertrauen, Meiſter Andre⸗


