Teil eines Werkes 
51. Bd. (1873) Werke
Entstehung
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250 Reiſeluſt.

der Peitſche auf einen munteren Bach, der ihnen entgegenrauſchte und an deſſen Ufern ſie dahin fuhrenhat auch gute Forellen.

Ah, Forellen iſt etwas Gutes, aber ſie ſind wohl ſehr theuer?

Draußen bei Euch wohl, aber hier nicht beſonders könnt' Euch ſelbſt welche fangen, wenn Ihr genug Langeweile ertragen könnt Angelgeräth kann ich Euch liefern habt Ihr ſchon geangelt?

Noch nie.

Ihr wißt doch, was eine Angel iſt? frug der Bauer ſchmunzelnd.

Ich denke ſo.

Vielleicht nach allgemeinen Begriffen wißt Ihr es wohl, neu⸗ lich aber hat ſie uns Jemand auf eine Art bezeichnet, die mir ſehr wohl gefallen hat, er ſagte: eine Angel iſt ein langer Stecken mit einer Schnur daran, an einer Seite hängt ein Regenwurm, an der anderen ein Müßiggänger hopp Liſe!

Dieſer Ausruf galt einem der beiden Pferde und wirkte beſſer als Zungenſchlag und Peitſchenknall, denn die beiden Braunen trabten ſo raſch dahin, daß die Meſſingzierrathen an ihren Geſchirren klirrten und klingelten.

Da haben wir Windsheim, ſagte der Wirth nach einiger Zeit,und da Ihr wohl in dem Städtchen ſelbſt nichts zu thun habt, ſo wollen wir außen herum zu uns hinauffahren jetzt, da es langſamer geht, ſchaut Euch einmal mit Behagen um, wie man ſo nach und nach immer mehr Land überſieht dort erkenne ich den Sankt Sebaldusthurm von Nürnberg, und nach der anderen Seite hin tritt jetzt auch Würzburg hervor; droben aus den Fenſtern ſieht ein geübtes Auge auch den Main blinken ſchaut Euch nur um. Und wie ſchön die Felder ſtehen und wie prächtig der Weinſtock iſt ja, ja, dieſes Franken iſt ein beſonders geſegnetes Land.

Das weiß Gott und wie wunderbar ruhig und ſtill es hier oben iſt; der Himmel iſt aber auch herrlich blau und die mächtigen Bäume ſchauen uns ſo ernſt an, daß man ſich ordentlich ſcheut, ein unnöthiges Wort zu ſprechen.