Reiſeluſt.
tracht, der mit geſpreizten Beinen daſtand, wohlgefällig ſchmunzelnd gegen den Zug lächelte und leicht mit ſeiner Peitſche knallte, als wolle er die Lokomotive antreiben.
„Wenn ich das nur von mir ſagen könnte, aber ich muß noch weiter.“
„Mit den Flößern da, die in Würzburg drunten eine Ver⸗ ſammlung haben?— da möchte ich ſchon danken— beneide Euch nicht um Euer Unterkommen.“
„Ich glaube, Ihr habt Recht,“ antwortete unſer Reiſender klein⸗ laut,„zudem habe ich in Würzburg auch durchaus nichts verloren.“
„Ah, Ihr reiſet alſo zu Eurem Vergnügen?“
„Ja, ich hab's erfahren und genoſſen, dieſes Vergnügen,“ ſeufzte Herr Schmauder.
„Würde Euch noch eher rathen, in Neuſtadt zu bleiben; da aber hier die Geiſtlichkeit einen Vereinstag hält, ſo werdet Ihr auch hier auf ein Bett und auf ein gutes Eſſen verzichten müſſen.“
Der Oberreviſor blickte, ohne zu antworten gen Himmel, dann aber, als habe er ſich einer höheren Eingebung zu erfreuen, wandte er ſich plötzlich an ſeinen Nachbar mit der Frage:„Und wohin reiſet Ihr, mein lieber Freund?“
„Ich fahre mit meinem Wägelchen, das dort hinter dem Bahn⸗ hofgebäude ſteht, nach Hauſe, nach Windsheim; da beſitze ich am Ab⸗ hange des Berges, ein paar Büchſenſchüſſe von der Stadt, ein Haus.“
„Gewiß mit einer ſchönen Ausſicht?“
„Das will ich meinen, und keine weite Ausſicht— bei klarem Wetter ſehen wir die Thürme von Würzburg— ah, da droben iſt es ſchön— beſonders an einem heißen Sommertage wie heute: ſchattiger Wald und friſches Waſſer— doch wenn Ihr weiter wollt, ſo beeilt Euch!“
„Iſt dort oben herum ein kleines ſtilles Wirthshaus?“ frug Herr Schmauder mit einer Haſt, die dem Anderen eigenthümlich erſcheinen mußte, denn er erwiederte lächelnd:„Das brauchen wir nicht weit zu ſuchen, mein Haus ſelbſt iſt ein kleines Wirthshaus


