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Reiſeluſt.
genommen, in welchem er ſich bereits befand und wo er von dem zu⸗
erſt Eingetretenen mit einem faſt erſtaunten Blicke entdeckt worden war.
„Der ſcheint das Ausſteigen vergeſſen zu haben,“ rief der Flößer, wobei indeſſen ein gutmüthiges Lachen das Derbe in die⸗ ſem Anrufe ein wenig milderte.„Gehört Ihr nicht auch zu den Schwarzkitteln?— wenn das iſt, ſo müßt Ihr laufen, denn ſie ſind ſchon weit weg.“
„Er ſcheint mir doch nicht dazu zu gehören,“ ſagte ein Anderer lachend,„aber er iſt gewiß ſo angenehm und verläßt unſere Ge⸗ ſellſchaft hier im Wagen— dahinten iſt noch Platz genug— meint Ihr nicht auch, Herr Zugmeiſter?“ rief er, ſich rückwärts wendend,„daß es für den einzelnen Herrn hier beſſer wäre, wenn Ihr ihn anderswo unterbrächtet?“ wobei ein Dritter, ohne erſt die Zuſtimmung des Herrn Schmauder abzuwarten, deſſen Nachtſack von der Bank genommen hatte, wobei er ihm in freundlichem Tone ſagte:„Das Geſchirr da will ich Euch ſchon hinausreichen.“
Wir brauchen kaum zu ſagen, daß ſich Herr Schmauder ſchon bei der erſten Aufforderung bereitwillig erhoben hatte und nun dankend ſeinen Nachtſack ergriff und dem Wagen enteilte.
Bier iſt eine herrliche Sache, wenn man es ſelbſt trinkt und nicht allein mit dem zweifelhaften Dufte deſſelben vorlieb nehmen muß, wie ſich auch allenfalls eine Freimaurercigarre ſelbſt rauchend ertragen läßt, aber ſo und ſo, das überbot alles bisher Erfahrene und Geduldete.
Da ſtand er auf dem Bahnhofe von Neuſtadt, ſo unbeweg⸗ lich, ſo vollkommen ergeben und dabei ſo überdrüſſig alles Reiſens, daß er es nicht einmal vermochte, den Schaffner um einen andern Platz zu erſuchen, und doch wurde ſchon das dritte Zeichen laut und vernehmlich gegeben, während vom Städtchen her harmoniſch die Glocken läuteten.
„Ihr werdet auch froh ſein, von dem Gelärme wegzukommen,“ hörte er eine angenehm klingende Stimme neben ſich ſagen und ſah, als er ſich umſchaute, einen älteren Mann in wohlhabender Bauern⸗


