Teil eines Werkes 
51. Bd. (1873) Werke
Entstehung
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224 Reiſeluſt. Mundwinkeln hin und her ſchob und den hiedurch entſtandenen braunen Saft meiſtens zum Fenſter hinausſpritzte— wir ſagen meiſtens, denn zuweilen ſpuckte er auch auf den Boden nieder und zwar ſo nahe an den hellen Tuchbeinkleidern unſeres Reiſenden vorbei, daß dieſer jedesmal erſchrocken die Kniee einzog.

Lärmend konnte man die Eingeſtiegenen übrigens nicht nennen: beide Gruppen beobachteten ein düſteres Schweigen, nur zuweilen ſtreckte ein Paar flüſternd die Köpfe zuſammen, worauf vielleicht drüben eine Stimme laut wurde:„Das iſt doch ſo klar wie die Sonne,“ oder hüben:„Wer das nicht einſehen will, der muß gar keinen Verſtand haben.“

Endlich ſprach der mit der ſchlechten Cigarre zu ſeinen beiden Nachbarn, wobei er, ſich vorne überbeugend, eine derbe Hand auf einen mächtigen Schenkel ſtützte:„Habe ich denen da drüben die Sache nicht ſo klar und überzeugend auseinander geſetzt, daß es die Schulbuben hätten begreifen müſſen— Alles umſonſt— gehen wir die Sache noch einmal ruhig durch, um unſere Gründe feſtzuſtellen: Der Weg, um den es ſich handelt, welche ſunſere Markung von denen da drüben trennt und die Grenze bildet, macht allerdings im Kreuzlesthäle einen tüchtigen Bogen, ein gutes Stück Land aus unſerer Flur herausſchneidend, was denen da drüben zu gut kam und wogegen wir auch nie etwas einzuwenden gehabt hätten, wenn ihnen nicht der verfluchte Gedanke gekommen wäre, gerade inner⸗ halb dieſes Bogens ihre Knochen⸗ und Leimſiederei zu errichten, alſo gewiſſermaßen zwiſchen unſerem Grund und Boden ihre Stinkerei anzulegen. Wenn ich auch zugeben will, daß ſie dabei in ihrem Rechte ſind,“ ſetzte er mit leiſer Stimme hinzu,„ſo ſoll mich doch der Teufel holen, wenn ich nicht Alles daran ſetzen will, ihnen ihr Projekt tüchtig zu verſalzen.“

„Ja, ja, es iſt ein förmlicher Schimpf, der uns angethan wird,“ ſagte beiſtimmend der Nebenmann des Oberreviſors.

„Aber ihr Recht,“ ſetzte der dritte achſelzuckend hinzu,„ich