Der Toreador. 31
ballte ihre kleinen Hände, als müſſe ſie auf dieſe Art ein tiefes Leid oder einen heftigen Zorn in ihr ſtürmiſch klopfendes Herz zurückdrängen, und in der That war ſie von beiden Leidenſchaften bewegt.
Ole, salero!⸗-
Jetzt wollte ſie mit einem kalten, gleichgültigen Blicke von ihrem Tänzer Abſchied nehmen und ihm mit einem höhniſchen Worte ſagen, er möge doch ſo gut ſein und nun mit ſeinem ſchwar⸗ zen Kleide ſeine wahre Geſtalt wieder annehmen— ja ſie würde es gethan haben, wenn er ihr nur den geringſten herausfordernden Blick zugeworfen hätte. Da ſie ihn aber vor ſich ſah, im Begriffe, be⸗ ſcheiden und wie verletzt durch die Lobſprüche von den ſchönſten Lippen demüthig zurückzutreten, ſo warf ſie einen flammenden Blick rings umher, beantwortete ein neues, ſtürmiſches Salero! ſcherzhaft mit der tiefen Verbeugung und dem lächelnden Blicke einer Donna del Teatro und reichte ihrem Tänzer die Hand, um ſich hinter die Couliſſen— hier hinter die dichte Laubwand von Orangen, Lor⸗ beer und Granaten führen zu laſſen.
Da ſtand eine kleine Bank, auf welche ſich das glühende, ge⸗ waltig erregte Mädchen niederwarf, die Hände vor ihr Geſicht drückte und heftig zu weinen anfing.
Don Ruiz ſtand vor ihr, betrachtete ſie mit einem langen, ernſten Blicke, ohne ein Wort zu ſprechen..
Es dauerte eine ziemliche Weile, ehe ſie ihren tiefen Athem⸗ zügen einzelne Worte abzubringen vermochte, dann ſtieß ſie in ab⸗ gebrochener Weiſe kaum vernehmlich und doch mit einer erſchrecken⸗ den Glut die Worte hervor:„Du weißt, daß Du mir gleichgültig geweſen warſt, Ruiz, ich konnte Dich kommen und gehen ſehen, ohne irgend etwas zu empfinden— ja, Du warſt mir gleich⸗ gültig— o ſo gleichgültig—— jetzt haſſe ich Dich.“
„Ich muß es mir gefallen laſſen, Paulita,“ gab er nach einer langen Pauſe zur Antwort,„doch da Du mir das gerade


