Der Toreador.
und Buße zugleich; aber nun vorwärts, Don Ruiz! macht uns keine Schande und verleiht der Tertulia Glanz und Leben.“
„Wenn ich das könnte,“ erwiederte der Licenciat und erhob ſich langſam, dann ſagte er achſelzuckend,„beſonders in meinem langen Gewande.“
„Richtig, mein Sohn— aber lege Dein Kleid ab; ich über⸗ nehme dafür jede Verantwortung, und ihr dahinten, Muſikanten und Sänger, kommt etwas näher und laſſet euren beſten Fan⸗ dango hören!“
„Soll es wirklich Ernſt werden?“ fragte Paula und ſuchte mit den Augen ihren Tänzer, der unterdeſſen im Hintergrunde des Gartens verſchwunden war.
Von dorther tönten jetzt die Klänge der Guitarre, das Raſſeln des Pandero näher und näher, und dazu knatterten die Kaſtagnetten in ſo verführeriſcher, taktvoller und lärmender Weiſe, daß es nicht des heißen Blutes Paula's bedurft hätte, um, ihren ſchlanken Leib aus den Hüften ſtreckend, einen guten Zoll zu wachſen, und um ihre Caſtafiuelas von weißem Elfenbein mit einer wilden, heraus⸗ fordernden Geſchicklichkeit zu handhaben, wobei ſie mit aufgeworfe⸗ ner Oberlippe um ſich her ſchaute: Vista ciega, luz oscura.
Wo blieb denn ihr Tänzer?
Jetzt hörte man zarte Mädchenhände luſtig applaudiren, und es trat aus dem dichten Lorbeergebüſch in der Ecke des Hofes ein Tänzer hervor.— War es Don Ruiz, wenigſtens war es ſein Geſicht und auch ſeine Geſtalt, aber wie verändert: er hatte ſich den Wink des Domherrn zu Nutzen gemacht, hatte in der Ecke ſein langes, ſchwarzes Gewand abgeworfen und dafür die zierlichen Ga⸗ maſchen, die Jacke und den Sombrero Don Francisco's genommen und war aus dem blöden, ungelenken Licenciaten ein ſo vollkommen jugendfriſcher und ſchöner Majo geworden, daß Paula unwillkürlich ihre Kaſtagnetten ruhen ließ, und ihn mit einem gemiſchten Blick des Erſtaunens, der Verwunderung, ja des Wohlgefallens be⸗
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