Der Toreador.
wollt— was tanzt Ihr am Liebſten, einen Bolero oder einen Fandango?“
„So iſt es recht, mein Sohn,“ rief der Hausherr,„aber für einen jungen Geiſtlichen wäre ein Bolero paſſender— meint Ihr nicht auch, Don Ruiz?“
„O ja, ich meine auch ſo,“ erwiederte der Licenciat mit nieder⸗ geſchlagenen Augen, indem er einen ungemein beſcheidenen Ton in den Ausdruck legte,„wenn aber die Seſiora vorziehen ſollte—“
„Einen Fandango zu tanzen?“ unterbrach ihn Paula raſch —„allerdings ziehe ich das vor— überhaupt tanze ich nur Fan⸗ dangos.“
„Wird ſich das auch ſchicken?“ fragte Don Francisco beſorgt den Domherrn, worauf dieſer ihm in jovialem Tone zur Antwort gab,„warum denn nicht, wir ſind hier ja unter uns, und wenn Don Ruiz, abgeſehen davon, daß Fandangotanzen für einen Geiſt⸗ lichen keine Sünde iſt, ſein Gewiſſen morgen früh beſchwert fühlen ſollte, ſo will ich ihm morgen eine kleine wohlthätige Buße auf⸗ legen.“
Der Licenciat blickte bei dieſen Worten mit einem eigenthüm⸗ lichen Blicke auf ſeinen Oheim, wobei es um ſeinen Mund ſchelmiſch zuckte.„Ei, Tio,“ ſagte er alsdann,„wenn nur dieſe Buße nicht zu groß ausfällt für das kleine Vergnügen, das ich Seſiora Paula vielleicht durch meinen Tanz gewähre.“
„Ein Vergnügen, mir?“ erwiederte das junge Mädchen achſel⸗ zuckend;„tanze ich ſelbſt in dieſem Falle zu meinem Vergnügen? ei, Ihr habt eine große Meinung von Euch ſelber.“
Da Ruiz es vermied, Paula anzuſchauen, vielmehr fragend auf den Domherrn blickte, ſo ſagte dieſer lächelnd:„Du ſollſt mit der Buße, die ich Dir auferlegen werde, nicht unzufrieden ſein.“
„Etwa eine Auslegung des Breviers bei Eurer alten Haus⸗ hälterin, Tio?“
„Nach einem guten Diner warum nicht, es wäre das Dank


