Teil eines Werkes 
51. Bd. (1873) Werke
Entstehung
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Der Toreador. 21

ſpaniſches Herz ebenfalls geklopft, ſo wie das meiner höchſt ehr⸗ baren Baſe dort, und ich möchte es nicht verſchwören, ob nicht auch Leocadia in ihrer Jugend auf ſolche Art Fächer oder Armband verloren?

Niemals, erwiederte Donna Melendez mit Entſchiedenheit und großer Entrüſtung,und ich hätte nicht gedacht, daß ich ſo etwas von Paula erleben ſollte o ungerathene Tochter! ich werde morgen Deinen Beichtvater kommen laſſen und ihn bitten, daß er Dir in's Gewiſſen ſpricht.

Gib Dir keine unnöthige Mühe, Leocadia, ſagte der Geiſt⸗ liche in etwas leichtfertigem Tone,wenn Paula in der That eine Ungeſchicklichkeit begangen hat, die Du zu einer Sünde ſtempeln möchteſt, ſo wird ihr Beichtvater wohlweislich unterſcheiden, ob dieſe Sünde mit Abſicht, mit Vorbedacht gethan oder ob ſie aus Ueber⸗ eilung gehandelt oder ob es gar nur ein bloßes Unglück geweſen, und ich glaube in dieſem Falle das Letztere: Paula wollte ihren Fächer in den Ring werfen und ſtreifte unglücklicher Weiſe das Armband ab iſt's nicht ſo, Juvencita?

Das junge Mädchen machte eine Bewegung mit dem Kopfe, die man ebenſogut für eine Verneinung wie für eine Bejahung halten konnte, weßhalb denn auch die Mutter ungeduldig ihre Achſeln zuckte, und wahrſcheinlich auf's Neue wieder angefangen, wenn nicht Don Francisco mit einem Blick der Ueberzeugung geſagt hätte,ja, ja, es wird und muß ſo ſein, und ich erinnere mich jetzt deutlich der großen Torrida vor zwei Jahren, welcher der Hof beiwohnte, wo Ihre Majeſtät allerhöchſtſelbſt dem betreffen⸗ den Lidiador ein Ehrengeſchenk reichen ließen, während die Damen des Hofes Goldunzen in ihre Taſchentücher gebunden hinabwar⸗ fen, und wobei es allgemeinen Beifall erregte, als die junge und ſchöne Herzogin Manfredia ihren mit Brillanten beſetzten Dolch aus der Haarflechte zog und ebenfalls hinabſchleuderte, und den der unglückliche Torero die Kühnheit hatte, wie eine Waffe