Teil eines Werkes 
51. Bd. (1873) Werke
Entstehung
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18 Der Toreador.

hübſchen Mädchen zu zanken, ſondern mich müßte Alles täuſchen, wenn es nicht das Stiergefecht wäre, das ihn jeden Montag ſo pflichtlich erſcheinen läßt he, mein Junge, habe ich recht? ja, ja, nicke nur mit dem Kopfe das liegt nun einmal im Blute.

Leider, leider, brummte der Herr des Hauſes,doch hat dieſe Leidenſchaft über mich und über Donna Leocadia einen großen Sprung gemacht.

Und ſich vom Großvater auf den Enkel vererbt, meinte Don Bartolomeo,wie das auch bei andern Neigungen oft vor⸗ zukommen pflegt ja, ja, auf Enkel und auf Enkelinnen.

Bei den letzten Worten bemühte ſich der Kanonikus, ſchelmiſch lächelnd nach Paula hinüberzuſchauen und machte dazu eine ſehr pfiffige und geheimnißvolle Miene.

Daß ſich die Heiligen erbarmen mögen, ſeufzte die Mutter, aber es iſt was Wahres d'ran denkt nur, Donna Tereſa, wandte ſie ſich an eine ältliche Frau, die neben ihr ſaß,ſowie der Montag kommt, iſt das Ding da nicht mehr zu halten ſie will zum Stiergefecht und ſie muß zum Stiergefecht, und ich mache mir doch gar nichts daraus und Don Francisco eben ſo wenig heute hat ſie es durchgeſetzt, daß wir ſie mit ihrer Tante Donna Manuela gehen ließen.

Und hat dabei ihr Armband verloren, ſagte der unerbitt⸗ liche Bruder.

Das wäre ſchrecklich, Paulita, und Du wirſt mir angeben, wo Du es verloren haben kannſt, beim Eingange oder beim Aus⸗ gange, auf der Straße oder auf dem Balkon.

Baſe Leocadia, ſagte der Kanonikus, indem er den Kopf langſam hin und her wiegte,quält mir das Mädchen nicht un⸗ nöthiger Weiſe beim Patron unſerer Kirche, ich kenne ſie beſſer als Ihr, und wenn ihre Unterlippe, die an ſich ſchon klein genug iſt, beinahe ganz verſchwindet, wie jetzt, ſo könnt Ihr ſicher ſein, nichts aus ihr herauszubringen.