Teil eines Werkes 
51. Bd. (1873) Werke
Entstehung
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Der Toreador. 17

als ſei es rund umher mit Brillanten beſetzt Du wirſt es dro⸗ ben abgelegt haben und es mir nachher zeigen, nicht wahr, Paulita?

Droben kann ſie es nicht abgelegt haben, erſcholl jetzt eine andere Stimme hinter dem Stuhle des jungen Mädchens die Stimme eines jungen Mannes, welcher aus dem dunkeln Theile des Hofes herangetreten war und ſich plötzlich in das Geſpräch miſchte. Dieſer junge Mann hatte eine ſo auffallende Aehnlichkeit mit Paula, daß man nicht einen Augenblick im Zweifel ſein konnte, es ſei ihr Bruder, wobei es eigenthümlich war, daß er ſich im Gegenſatze zu allen Uebrigen in andaluſiſcher Landestracht befand: er trug Weſte und Unterweſte von greller Farbe, reich betreßt, ſeine gemsledernen Gamaſchen waren auf's Reichſte geſtickt, mit zahlloſen Schnüren, Knöpfen und Eicheln verſehen, und den Hut mit Sammetbeſatz und aufwärts ſtehender Krämpe hatte er keck auf das rechte Ohr geſetzt.

Und warum ſollte ich das Armband nicht droben abgelegt haben? frug Paula mit blitzenden Augen.

Weil Du nach dem Stiergefechte gar nicht oben warſt, und weil

Was Du wiſſen willſt, weiß ich beſſer, entgegnete ſie,und wenn ich das, was ich weiß, ſagen will, ſo habe ich zuerſt das Recht dazu, Fernando.

Der junge Mann zuckte mit den Achſeln und warf ſeine halb⸗ verbrannte Papiercigarre auf den Boden, wo er ſie mit dem Fuße austrat.

Ruhe, Ruhe! ermahnte der Vaterwas iſt denn das wieder? Ich glaube, der Burſche kommt nur von draußen zu uns herein, um mit ſeiner Schweſter Händel anzufangen was iſt's mit dem Armband, Paulita? 4

Ehe dieſe aber etwas antworten konnte oder wollte, ſagte der Domherr mit einem breiten Lächeln:laßt mir Fernando zufrieden; der kommt wahrlich nicht von der Hacienda nach Sevilla, um mit