Unter den päpſtlichen Zuaven. 241
zogen hatte und einzelne ſchwere Regentropfen niederfallen ließ. Dann murmelte er:„Zu ſpät, zu ſpät.“
„Allerdings zu ſpät,“ ſagte der alte Profeſſor,„wenn ich an unſere Lieben, an unſere Freunde denke; aber immer noch früh genug zum Heile für viele Andere.“
„—— Was kümmert mich die ganze Welt, ſo von Verluſt zu Verluſt ſchreitend!“
Jetzt waren ſie in Albano, jetzt traten ſie in das Krankenhaus Nr. 2, auch hier zu ſpät, wie ſich Dr. Bucher überzeugte, nachdem er einen Blick auf Alfons geworfen, und Landerer, nachdem er die kalte Hand ſeines Freundes erfaßt und mit ſeinen Thränen benetzt. Dann ließ er ſich die Brieftaſche des Verſtorbenen einhändigen und that mit derſelben nach dem Wunſche ſeines Freundes, nachdem er neben dem Lager deſſelben ein paar flüchtige Zeilen in dieſelbe ge⸗ ſchrieben, dann das Ganze nochmals mit einer Umhüllung verſehen und zartſinnig an den Bruder des Verſtorbenen adreſſirt hatte.
Wie hatte der Regen, der den ganzen Tag und die ganze Nacht
fortgedauert, die lechzende Erde erquickt und erfriſcht, und von wie
wohlthätiger Wirkung war dieſe Aenderung der Atmoſphäre für faſt alle Erkrankten! Wie hoffend athmeten ſie kühlere Luft ein, mit wie ganz anderen Gefühlen horchten ſie heute dem tiefen Tone der Glocken, unter deren Schalle ſich eine Kompagnie der Zuaven im gleichen Schritt und Tritt unter dumpfem Trommelwirbel nach dem Begräbnißplatze von Albano begab, um dort ihrem Kameraden die letzte militäriſche Ehre zu erweiſen!
„Wenn er auch nicht im Gefecht durch eine Kugel gefallen iſt, ſo ſtarb er doch im Kampfe auf dem Felde der Ehre,“ waren die letzten Worte ſeines Kommandeurs, ehe er über dem geſchloſ⸗ ſenen Grabe die drei üblichen Gewehrſalven geben ließ.—
——— Und dann, obgleich Alles hiemit zu Ende war,
verließ doch keiner der Zuaven ſogleich den Platz, lundern alle Offi⸗ Hackländer's Werke. 50. Bd.


