Teil eines Werkes 
50. Bd. (1873) Werke
Entstehung
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236 Unter den päpſtlichen Zuaven.

Wanderer erkannte, der ihm entgegenkam, den deutſchen Profeſſor Dr. Bucher. Doch ſchien derſelbe ſo mit ſeinen Gedanken beſchäf⸗ tigt, hielt gegen ſeine ſonſtige Gewohnheit die Augen ſo unver⸗ wandt auf den Boden geheftet, daß er erſt aufſchaute, als der junge Zuave dicht vor ihm ſtand. Dann aber erſchrak dieſer über das gänzlich veränderte Ausſehen des ſonſt ſo jovialen, heiter in die Welt blickenden Mannes. Ein tiefer Ernſt lag auf ſeinen blaſſen Zügen, auf ſeiner gefurchten Stirn, und als er, den jungen Mann erkennend, ihm langſam die Hand entgegenſtreckte, geſchah es mit einer tiefbetrübten, beinahe gleichgültigen Miene.

Um des Himmels willen, Herr Profeſſor, rief Landerer, was iſt mit Ihnen geſchehen, warum ſo düſter und nieder⸗ geſchlagen?

Darnach mögen Sie wohl fragen in dieſen Tagen des Schreckens doch verzeihen Sie mir. Ich hätte meinen lieben Bekannten aus Rom allerdings herzlicher begrüßen ſollen, auch als treuen Bundesgenoſſen und Kollegen; denn das muß man den Zuaven ſchon nachſagen: Ihr habt Euch über alle Beſchreibung wacker gehalten. Was hilft aber aller Muth, alle Kunſt, alle Aufopferung, ſetzte er mit feucht gewordenen Blicken hinzu,wenn es einem nicht gelingt, dem tückiſchen Tode gerade die Beute zu entreißen, um die wir gerne gekämpft hätten mit Einſatz des eigenen Lebens?

So haben Sie ſelbſt einen Verluſt erlitten?

Ja, ich ſelbſt, rief er in ſchmerzlicher Bewegung aus;aber nicht nur ich allein, die ganze Welt; denn wenn uns in dieſen ver⸗ derbten Zeiten ein ſo vollkommener Engel verläßt, ein ſo reines, vollendetes Weſen, ſo iſt das ſchon ein Verluſt, den Jeder zu be⸗ klagen Urſache hat. Gerade ſie gerade ſie o, es iſt entſetzlich!

Wer denn Herr Pro- ſe ſſor?

Ich habe mich an ſie angeſchloſſen, klagte der alte Mann,