Unter den päpſtlichen Zuaven. 233
ihr Pranzo ſo gut als möglich, bene; als ich eine Stunde ſpäter meinen Reſpekt bezeigen wollte, denn es war eine reiche Familie, die bei der Beſtellung durch ihren corriere vier Wochen voraus⸗ bezahlt hatte, finde ich dieſe Thüre verſchloſſen, wie ſie heute noch iſt. Ora, Alles war verſchwunden.“
„Wovon Ihr Euch durch Oeffnen der Thüre überzeugtet?“
„Ja, im Beiſein des Brigadiere, der zufällig im Hauſe war; ich mußte doch ſehen, ob da drinnen kein Unglück vorgefallen. Aber wie ich ſchon geſagt, Alle waren verſchwunden, nur die ſchweren Koffer zurückgeblieben.“
„Seltſam,— ſo öffnen Sie die Zimmer auf meine Verant⸗ wortung.“
„Und die Koffer, Signor Sergente, ſo wie die andern Effek⸗ ten? denn als gewiſſerhafter Mann ließ ich Alles ſtehen und liegen, ſogar bis auf die gefüllten Weinflaſchen.“
„Die Sie ebenfalls auf meine Verantwortung nun mit ſich fortnehmen können, während wir die anderen Effekten in ein kleines Zimmer zuſammenſtellen.“
„Va bene, siete Padrone.“
Es herrſchte eine eigenthümlich dumpfe Luft in den verſchloſſen geweſenen Zimmern, der kleine Horniſt öffnete raſch die Fenſter, während Landerer die Effekten beſichtigte. Es waren ſchwere, ſchöne Reiſekoffer von gleicher Geſtalt, die zu einem Fourgon zu gehören ſchienen. Alle numerirt, auch etwas leichtes Handgepäck, ein paar zierliche Ledertaſchen, einige Bücher und auf einem Nebentiſchchen
ein Schnupftuch.
Landerer nahm das feine Gewebe in die Hand und ſuchte mit gleichgültiger Miene nach einer Chiffre oder dergleichen; als er dieſe aber gefunden, nahm ſein Geſicht plötzlich den Ausdruck des höchſten Erſtaunens, ja unverkennbar den des Schreckens an, denn die Chiffre in dem Schnupftuche war ein verſchlungenes C und I. mit einer Grafenkrone darüber.


