Unter den päpſtlichen Zuaven.
es ein großes Glück zu nennen war, daß gerade die Zuaven,
welche ſich auf eben beſchriebene Art ohne Weiteres rückhaltslos
der Pflege ſchon Erkrankter widmeten, von der Seuche wunderbar verſchont blieben und faſt gar keinen Verluſt hatten.
Landerer erhielt den Befehl, mit einigen Zuaven, zu denen ſich der kleine Horniſt geſellte, Lokalitäten aufzuſuchen für ſolche Kranke, die aus den Häuſern weggeſchafft werden mußten, und die auf⸗ zunehmen bis jetzt Jeder ſich geweigert hatte. In einem paar der beſten Gaſthöfe gab es Platz genug, da es doch den reichen und vornehmen Reiſenden theils gelungen war, Transportmittel zu ihrem Fortkommen endlich zu erhalten, und weil die Zurückgebliebenen ſich glücklich ſchätzten, jetzt nach Arricia überzuſiedeln, deſſen lächer⸗ licher Sanitätskordon ſogleich bei Ankunft der Zuaven aufgelöst worden war.
Durch das Vertrauen, welches die braven Soldaten mit ihrem furchtloſen Wirken einflößten, ermuthigt, weigerten ſich auch die Gaſthofsbeſitzer nicht länger, ihre Zimmer zur Aufnahme von Kran⸗ ken zu öffnen, und fand Landerer Räumlichkeit genug zu ſeiner Verfügung, ja er hätte im Albergo di Europa den ganzen erſten Stock zur Verfügung haben können, wenn dort nicht eine Reihe verſchloſſener Zimmer geweſen wäre, zu denen der Wirth, wie er be⸗ hauptete, indem er ſich verlegen am Kopfe kratzte, keine Schlüſſel habe.
„Wie ſo, Padrone, keine Schlüſſel?“
„Ja, Signor Sergente, das iſt eine ganz eigenthümliche Ge⸗ ſchichte. Die Zimmer waren von Neapel aus für eine ſehr vor⸗ nehme und ſehr reiche Familie beſtellt. Nur ein Herr und eine Dame, aber große Dienerſchaft, eine Kammerfrau, ein Kammer⸗ diener und noch zwei gewöhnliche Bediente, was, bei der jetzigen Art zu reiſen, ſchon viel ſagen will. Va bene. Sie kamen am erſten Tage des Schreckens, und ich habe ſie gar nicht geſehen, da ich mit tauſend Sorgen anderweitig vollauf zu thun hatte. Meine Tochter Aſſunta führte ſie auf ihre Zimmer und ſorgte dort für
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