Unter den päpſtlichen Zuaven. 227
Charette, der Kommandant der Zuaven, ein tapferer Mann, an die Truppen richtete, wobei er, ſeinen langen blonden Bart ſtreichend, beſonders hervorhob, daß bei dem allerdings ungleichen Kampfe, dem ſie entgegengingen, Offiziere wie Soldaten mehr noch wie bei jedem anderen Gefechte die gleiche Berechtigung hätten, von dem Feinde mit Auszeichnung behandelt zu werden, daß es aber dieß⸗ mal an ihrem ſchon bewieſenen Muthe nicht genug ſei, daß man Bundesgenoſſen zu Hülfe nehmen müſſe, nämlich Mäßigkeit, Klug⸗ heit und Geduld, Freunde, die dießmal verläßlicher ſeien als die Kugeln und das Haubajonnet. Und nun wer rauchen will, ſoll rauchen und ſingen wer mag.„Bataillon, vorwärts, marſch!“ Dahin zog die kleine Kolonne in bequemem Schritt, vor ſich die weite Campagna, ungewiß beleuchtet im Wiederſchein des glühenden Abendhimmels, hinter ſich die immer großartiger werdende Silhouette der ewigen Stadt, prächtig und majeſtätiſch von Oſten nach Weſten über ſeine Hügel hingelagert, eine ungeheure Strecke von Santa⸗Croce bis hinunter zur Peterskuppel und zu den Gärten, Villen und Pinienwäldern des Janiculus. Anfangs flog mancher Blick ſeitwärts und dorthin zurück,
und wenn hie und da einer der jungen Offiziere ſtehen blieb, um ſeine Cigarre anzuzünden, ſo unterließ er nicht, auf Augenblicke über die kleine bläuliche Rauchwolke hinweg nach der Richtung zu ſchauen, wo der Monte Pincio war, der ſpaniſche Platz und der Corſo. 6 Und dann wieder munter vorwärts; was für den Soldaten dahinten blieb, hüllte ſich in Nacht und Dunkelheit, vielleicht auch in ewiges Vergeſſen.— Deßhalb vorwärts.— Gab es doch auch 5 hier in der Campagna im Zwielicht des Abends noch immer des Intereſſanten genug, welches betrachtet ſein wollte, an deſſen groß⸗ 3 artige Vergangenheit man wenigſtens denken konnte, wenn man es in unſichern Umriſſen, rechts und links vom Wege emporragen ſah. So der Bacchustempel mit ſeinem immergrünen Haine, mit der
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