Teil eines Werkes 
50. Bd. (1873) Werke
Entstehung
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Unter den päpſtlichen Zuaven. 221

Nemi, vor Allem aber in dem bis jetzt von jedem Krankheitsfall verſchont gebliebenen, eben ſo reizend als geſund gelegenen Arricia Unterkunft zu ſuchen. Doch hierhin war nicht ſobald die Kunde von den Vorfällen in Albano gedrungen, als ſich die Bewohner zuſammenthaten, Wachen mit geladenen Gewehren aufſtellten und ſo einen ſichern Kordon aufſtellten, bei dem keine Bitte, kein Par⸗ lamentiren half, und wo die Unglücklichen, Schutz und Hülfe ſuchend, unter Androhung von Schüſſen zurückgetrieben wurden und man ihnen hiernach die Wahl ließ, nach Albano zurückzukehren oder den weiten Weg nach Rom einzuſchlagen, oder ſich in verlaſſenen Ge⸗ bäuden, Weinbergshäuſern u. dgl. aufzuhalten und ein paar Tage, bis weitere Hülfe kam, von dem Wenigen zu leben, was die Ge⸗ meindebehörden an Brod und Wein gutwillig außerhalb ihres Kordons niederlegten. Fremde, die arglos in dieſen erſten Tagen nach Albano kamen, waren glücklich, mit ihren müden Poſtpferden unter Bezahlung der drei⸗ bis vierfachen Taxe wieder umkehren zu können; wogegen eine Familie, die aus Neapel in ihrer vorher beſtellten Wohnung in Albano eintraf, erſt von ihrem Zimmer Beſitz genommen hatte, nachdem ſich Andere ihrer Pferde ſchon be⸗ mächtigt, und eben im Begriff war, ſich zu einem ſpärlichen Mit⸗ tageſſen niederzuſetzen, als ſie durch eine lange Reihe von Todten, die vorübergetragen wurden, ſo auf die ſchauerlichſte Art zu ihrem Entſetzen Kunde erhielt von den Vorfällen in der unglücklichen Stadt. Dieſe Familie, vornehme und reiche Leute, denn ſie reisten in Begleitung eines Kammerdieners, einer Kammerfrau und zweier italieniſcher Bedienten, die ſie in Neapel angenommen hatten, beſtand aus einem etwas kränklich ausſehenden Herrn und einer auffallend ſchönen, jungen, bleichen Dame, welche aber von Allen am gefaßteſten erſchien und ihrem Gemahl dringende Vorſtellungen machte gegen die von demſelben ſogleich beſchloſſene ſchleunige Flucht aus dem verpeſteten Orte. Doch hatte dieſer ſo gänzlich die Faſſung verloren, daß er ſich augenblicklich der Leitung