Teil eines Werkes 
50. Bd. (1873) Werke
Entstehung
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Unter den päpſtlichen Zuaven. 219

Wolken, zu denen man ſehnſüchtig, aber vergeblich nach Regen aufſchaut.

Beſonders in dieſen Tagen waren die Blicke der Hunderte von Spaziergängern in den Gallerieen hoffend auf die kleinſte Wolke gerichtet, welche am Horizonte auftauchte, und die Möglichkeit eines erfriſchenden Gewitters bildete begreiflicher Weiſe einen Hauptgegen⸗ ſtand aller Geſpräche. Wenn man ſich hier auch in behaglicher Sicherheit fühlte, ſo hatte man doch Mitgefühl für ſeine leidenden Nebenmenſchen, und wie viel lebten in Rom nicht Verwandte oder theure Freunde!

Da war an einem Abend ſelbſt in den kühlen Gallerieen der ſchwere Hauch des Scirocco außerordentlich fühlbar, und es ſtrich durch die matt flüſternden Blätter der rieſigen Eichen eine heiße, ſeltſam beklemmende Luft, in ihrer ängſtlichen Schwere ſo unge⸗ wohnt für dieſe luftigen Höhen, daß mancher der Spaziergänger früher als ſonſt ſeine Wohnung aufſuchte, und daß die dunklen Alleen zu ungewöhnlicher Stunde in ſchweigender Einſamkeit lagen. — So recht geeignet für den furchtbaren Einzug der ſchrecklichen Geißel, die ungeahnt in mitternächtiger Stunde auf den unheim⸗ lichen Flügeln eines immer drückender werdenden Windhauches heranſchwebte.——

Ja ohne ſich vorher anzukündigen, ungeahnt— denn alle die geſunden, argloſen, in ihrem Aſyl zufriedenen Menſchen waren mit dem Wunſche eines heiteren Wiederſehens von einander ge⸗ ſchieden, Viele von ihnen erblickten weder das heitere Licht des Tages wieder, noch das Antlitz lieber Freunde; viele der Hände, welche zum Abſchiede einen herzlichen Druck ausgetauſcht, waren erſtarrt und verkrümmt, noch ehe die Morgenſonne ſich glühend aus dem fernen Meere erhob.———— Denn noch in dieſer Nacht hatte Albano achtzig Cholerakranke und, ſchreckliche Wahrheit, faſt eben ſo viele Leichen.

Wer iſt im Stande, das namenloſe Entſetzen aller Derer zu

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