Teil eines Werkes 
50. Bd. (1873) Werke
Entstehung
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Unter den päpſtlichen Zuaven. 217

raths einverſtanden ſein und es für richtig finden, die zahlreich hier zuſammengeſtrömten Fremden nicht durch unnöthige Vorſichts⸗ maßregeln zu beunruhigen.

Und zu dieſen Fremden hatte Roms hohe und höchſte Welt natürlich das zahlreichſte Kontingent geſtellt. Hier befand ſich ein König und eine Königin, Prinzen, Fürſten und Herzoge, Kardinäle und Prälaten, reiche Bankiers, hohe Beamte und angeſehene Kaufleute. Dazu kamen auch fremde Reiſende und Touriſten, Deutſche, Eng⸗ länder, Franzoſen, Ruſſen, die theils von Rom ebenfalls nach Albano gegangen waren, oder die ſich aus den bedrohten Orten der Gebirge zuſammengefunden hatten. Daß dabei ſowohl Albano als das benachbarte Arricia überfüllt waren, bedarf kaum der Erwähnung,

ja die reichſten und vornehmſten Perſonen mußten ſich hier mit

Räumen begnügen, welche ſie in ihren Paläſten und Villen wahr⸗ ſcheinlich zu beſchränkt und gering für ihre Dienerſchaft gehalten hätten. Warum ſich auch hier nicht behelfen, hier, wo man in guter, geſunder Luft mit einer allenfalls verzeihlichen Behaglichkeit die Berichte las, wie unheimlich das finſtere Geſpenſt durch die öden Gaſſen Roms ſchritt! Wenn man hier, im Schatten hundert⸗ jähriger Steineichen tiefaufathmend, fernhin in einer ungeheuren Linie die entzückenden Buchten des Meeres ſchaute oder hinabblickte auf den tiefblauen Albanerſee, der dort ſo geheimnißvoll verſteckt in der Tiefe der maleriſchen Bergwände liegt, und wenn man als⸗ dann das Auge wandte auf die in der Hitze flimmernde, verbrannte Campagna oder auf die reiche Stadt ſelbſt, die fernab tief am Horizonte lag, nur kennbar durch die hervorragende Kuppel von Sankt⸗Peter und eine mißfarbige, miasmengeſchwängerte Dunſt⸗ wolke. Allerdings unterhielt man ſich hier oben bedauernd und theilnehmend über die Leiden unglücklicher Mitmenſchen, doch konnte dabei mancher elegante Kavalier und mancher wohlgenährte Prälat, während er langſam die fetten, beringten Finger über einander rieb, ein leichtes Achſelzucken mit der Bemerkung nicht unterdrücken,