216 Unter den päpſtlichen Zuaven. lichen grünen Berge, beſonders aber an jene ihm unvergeßliche Abendfahrt auf dem See, wo er ſie zum erſten Male geſehen. Das Hoſpital hatte er ſchon längſt wieder verlaſſen, war aber noch nicht im Stande, Dienſte zu thun, da in ſeiner Schulter noch eine Schwäche zurückgeblieben war, weßhalb er den Arm noch in einer Schlinge trug und Muße genug gehabt hätte, ſeine Spaziergänge und Nachforſchungen wieder aufzunehmen. Doch fühlte er ſich in keiner Weiſe dazu aufgelegt; denn die betäubende Hitze drückte ihn nicht nur wie jeden Anderen nieder, ſondern hatte auch alle Frem⸗ den von Rom verſcheucht, wozu auch noch das immer merkbarer werdende Auftreten des furchtbaren Geſpenſtes kam, von dem Dr. Bucher an jenem Abende geſprochen. Ja die Cholera hatte ſich in Rom eingeniſtet, und wenn ſich die Zurückgebliebenen auch immer noch ſcheuten, von einer Epidemie im ſchlimmſten Sinne des Wortes zu reden, ſo waren doch die maſſenhaft ſporadiſch in allen Theilen der Stadt auftretenden Erkrankungen zahlreich genug, um Angſt und Schrecken zu verbreiten. Wer immer konnte, floh aus Rom nach den Bergen, doch kamen auch dort in verſchiedenen hoch und geſund gelegenen Orten verdächtige Krankheitsfälle vor, weßhalb aus dem Palazzo des Buon governo in verſchiedene Ortſchaften Aerzte, Arzneimittel, Lazarethmittel abgeſandt wurden; Vorſichts⸗ maßregeln, welche von Allen dankbar aufgenommen wurden, mit Ausnahme von Albano, deſſen Municipium mit dem Beifügen ab⸗ lehnte, daß Albano in ſeiner hohen geſunden Lage, erfriſcht vom Waſſer ſeiner herrlichen Seen und dem Hauche ſeiner uralten majeſtätiſchen Bäume, wohl gar nichts von der Krankheit zu be⸗ fürchten habe, wie es ja auch wohl aus den eben angeführten Gründen bis jetzt bei den furchtbarſten Epidemieen ſtets verſchont geblieben ſei.
Und wer die reizende, geſunde Lage von Albano kennt, ſeine elaſtiſche friſche Luft, ſeinen Quellenreichtum, ſeine herrlichen Schatten ſpendenden Bäume, der mochte wohl mit der Anſicht des Gemeinde⸗


